Intranasales Insulin senkt Körperfettanteil bei Männern

25. Juli 2005, 12:57
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Bei Frauen hatte die Insulangabe den Effekt nicht

Lübeck - Die Gabe von Insulin in die Nase senkt bei Männern den Körperfettanteil und könnte damit möglicherweise einen neuen Ansatz zur Behandlung von Stoffwechselstörungen wie Typ-2-Diabetes oder Fettsucht bilden. Bei Frauen tritt dieser Effekt dagegen nicht auf, wie eine Untersuchung der Universität Lübeck ergab. Diese wurde in der Fachzeitschrift "Diabetes" veröffentlicht. Die Lübecker Forschergruppe hat dafür im Juni den mit 2.600 Euro dotierten Silvia-King-Preis 2005 der Deutschen Diabetes-Gesellschaft erhalten.

Die Mediziner behandelten zwei Gruppen von Studienteilnehmern acht Wochen lang täglich entweder mit Insulin oder aber mit einem Scheinpräparat. Anschließend hatten die mit Insulin behandelten Männer durchschnittlich 1,28 Kilogramm Körpergewicht und 1,38 Kilogramm Körperfett verloren. Ihr Hüftumfang nahm um 1,6 Zentimeter ab. Die mit Insulin behandelten Frauen verloren dagegen kein Körperfett und erhöhten ihr Körpergewicht durch die Zunahme von extrazellulärem Wasser um etwa ein Kilo.

Insulin hat im zentralen Nervensystem eine Vielzahl von Funktionen. Zentralnervös verabreichtes Insulin reduziert im Tierversuch die Nahrungsaufnahme und senkt das Körpergewicht. Nach Gabe in die Nase tritt Insulin in die Gehirnflüssigkeit über und beeinflusst die Gehirnfunktionen, ohne in größeren Mengen in den Blutkreislauf zu gelangen. (APA/AP)

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