Todesfälle in der Adria: Italienische Zeitung verdächtigt Skipper

17. Juli 2005, 20:42
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Tod des Österreichers und einer Schweizerin bleiben rätselhaft- Autopsie ergab keine Anzeichen von Gewaltanwendung

Wien - Der Anwalt des Skippers, von dessen Boot "Irsira" am 14. November 2004 ein Wiener und eine Schweizerin während eines Sturms in die Adria gespült wurden, weist die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten zurück. Es handle sich um kein Gewaltverbrechen, wie die italienische Tageszeitung "Il Resto di Carlino" am Donnerstag berichtet hatte, erklärte der Anwalt am Freitag.

Umstände bleiben rätselhaft

Der 59-jährige Österreicher und eine 49-jährige Schweizerin waren durch das Unwetter ums Leben gekommen. Die Umstände bleiben rätselhaft. Laut dem Bericht von "Il Resto di Carlino" habe die Obduktion in Verona an den Leichen Messerstiche und blaue Flecken am Hals ergeben. In den Lungen der 49-jährigen Schweizerin sei kein Wasser entdeckt worden. Deshalb folgerte die Zeitung, dass die Frau bereits gestorben ist, bevor sie ins Wasser gefallen ist.

Keine Gewaltanwendung in Gutachten

Der Anwalt des Skippers, Fabrizio Campanile, hat am Freitag per Mail die Vorwürfe gegen seinen Mandanten auf das Schärfste zurückgewiesen. Es liege ein Autopsiebericht vor, der aufzeigt, "dass keine Anzeichen äußerer Gewaltanwendung festgestellt wurden". Auch bei dem Österreicher werde Gewaltanwendung als Todesursache ausgeschlossen. Der Österreicher und die Schweizerin seien bei dem Orkan in der Nacht auf 14. November 2004 "durch eine Welle von Bord gerissen worden und ertrunken".

Fall Wiener Beamten übergeben

"Resto del Carlino" haben die Staatsanwälte von Ancona den Wiener Kollegen die Dokumente des Falles übergeben. Da sich der Zwischenfall in internationalen Gewässern ereignet habe, seien die Wiener Justizbehörden für die Ermittlungen zuständig.

Sech Personen waren auf dem Boot

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