Roisin Murphy: "Ruby Blue"

    4. Oktober 2005, 11:49
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    Underground-Pop meets Elektro-Jazz: Das erste Solo-Album der Moloko-Sängerin

    Roisin Murphy war/ist die unverkennbare Stimme des Duos Moloko. Nachdem sie sich vor zwei Jahren von ihrem Musik- und Lebenspartner Mark Brydon getrennt hat, floh sie erst einmal in die Einsamkeit. Nun ist sie zurückgekommen und hat ihr erstes Solo-Album "Ruby Blue" mitgebracht.

    Vergleiche mit Moloko-Alben sind naheliegend. "Ruby Blue" ist jedoch frischer und einfallsreicher. Diese positive Auswirkung ist sicherlich auch der Einflußnahme des Produzenten zu verdanken. Immerhin hat Murphy Matthew Herbert, auch bekannt als Doctor Rockit als Produzenten gewinnen können, der zurecht zu den experimentier-freudigsten Elektro-Jazzern Englands gehört. Für seine Klangexperimente kommt von Herbert alles zum Einsatz, was nur irgendwie ein Geräusch abgibt.

    Auf "Ruby Blue" wird dem einzigartigen Timbre von Murphy ausreichend Platz gegeben um sich im vollen Umfang entfalten zu können. So klingt auch die Musik dann am spannensten, wenn die Sound-Fragmente von Herbert sparsam eingesetzt werden und die jazzigen Nuancen von Murphys Stimme in den Vordergrund treten.

    Das musikalische Spektrum ist weitreichend, deshalb ist eine Kategorisierung eigentlich unmöglich. Die zwölf Songs spannen einen Bogen von vielschichtigen Harmonien im Stil der Andrew Sisters über intonierte Leichtigkeit und Ideen aus dem Dschungelbuch, zu lounge-igen Klängen, dazwischen werden immer wieder altmodische Jazz-Einlagen und funkige Soundelemente eingebaut. "Ruby Blue" ist eine musikalische Entdeckungsreise auf die man sich unbedingt begeben sollte. (ost)

    • Roisin Murphy: "Ruby Blue"(Pias/Vertrieb Edel)
      cd-cover

      Roisin Murphy: "Ruby Blue"
      (Pias/Vertrieb Edel)

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