Pensionen können künftig auch deutlich über ASVG-Höchstpension liegen

18. Juli 2005, 07:45
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Aber nur in seltensten Fällen - Bei Arbeit von 15 bis 68 gäbe es nach derzeitigem Stand statt 2.480,03 Euro 3.071,52 Euro

Wien - Die ASVG-Höchstpension wird zwar auch künftig nur von einer Minderheit der Arbeitnehmer erreicht werden, trotzdem ist es im Gegensatz zur bisherigen Regelung möglich, künftig eine deutlich darüber liegende Ruhestandszahlung zu erhalten. In diesen Genuss werden aber noch weniger Personen kommen. Möglich wird dies durch künftige Zuschläge von 4,2 Prozent jährlich, wenn man über das 65. Lebensjahr hinaus bis 68 arbeitet.

Im Fall eines Arbeitnehmers, der mit 15 Jahren sein Berufsleben begonnen, 53 Jahre ununterbrochen gearbeitet hat und mit 68 Jahren in Pension geht, würde der Ruhestandsbezug nicht - auf den heutigen Stand bezogen - 2.480,03 Euro monatlich betragen, sondern 3.071,52 Euro.

Durchrechnungszeitraum

Konkret hätte der Betroffene damit eine um 23,85 Prozent höhere Pension als die heutige ASVG-Höchstpension. Dabei ist allerdings nicht die negativ wirkende Ausdehnung des Durchrechnungszeitraums berücksichtigt. Dieser wird ja sukzessive von derzeit 17 Jahre auf 40 Jahre im Jahr 2033 erhöht. Konkret: Heute werden die 17 besten Jahre für die Pensionsberechnung heran gezogen, wenn die besten 40 Jahre genommen werden, wird der Schnitt sinken, weil ja praktisch alle Arbeitnehmer in den ersten Jahren ihrer Berufstätigkeit wesentlich weniger als die Höchstbeitragsgrundlage verdienen.

Nachfolgend eine Aufstellung der - theoretischen - Möglichkeiten, mehr als die ASVG-Höchstpension zu erhalten, unter der Annahme, dass der Betreffende mit dem 15. Lebensjahr begonnen hat zu arbeiten:

 Alter   Arbeits-  Steiger-  Ab-/Zu-        Pensionshöhe
         jahre     ungsbe-   schläge       Prozent / Euro
                   träge in  gesamt in
                   Prozent   Prozent

64 49 87,22 - 4,2 104,825 / 2.599,69 65 50 89,00 0 111,25 / 2.759,03 66 51 89,00 + 4,2 115,45 / 2.863,19 67 52 89,00 + 8,4 119,65 / 2.967,36 68 53 89,00 +12,6 123,85 / 3.071,52

69 54 90,78 +12,6 126,075 / 3.126,70 70 55 92,56 +12,6 128,3 / 3.181,88 ...

Konkret bedeutet dies, dass es keine Deckelung der ASVG-Pensionshöhe mehr gibt. Allerdings trifft dies - je älter ein Arbeitnehmer über das Regelpensionsalter von 65 Jahren ist und je länger er durchgehend einer Beschäftigung nachgegangen ist - in der Praxis auf eine verschwindend kleine Zahl von Personen zu. Rein theoretisch würde nach diesem Modell ein 80-jähriger, der vorhat, mit 81 in Pension zu gehen, und der seit dem 15. Lebensjahr gearbeitet hat, mit einer Pensionshöhe (immer bezogen auf den heutigen Stand) von 3.733,69 Euro rechnen können.

Berechnung

Die Berechnung dazu: Von 15 bis 65 hat er 50 Beitragsjahre mit einer jährlichen Steigerungsstufe von 1,78 Prozent, macht 89 Prozent der Bemessungsgrundlage. Die Steigerungsbeträge würden dann laut Auskunft des Sozialministeriums wieder ab dem 69. Lebensjahr zu wirken beginnen, ebenfalls in der Höhe von 1,78 Prozent. Von 69 bis 80 kämen dann zwölf Mal 1,78 Prozent, also 21,36 Prozent, zu den 89 Prozent erworbenen noch dazu. Insgesamt würde der Steigerungsbetrag somit satte 110,36 (statt der ASVG-Höchstpension von 80 Prozent) ausmachen. Dies würde eine Pensionshöhe von 137,95 Prozent der ASVG-Höchstpension bedeuten, dazu kämen aber die drei Zuschläge von 12,6 Prozent für die Arbeit von 66 bis 68 Jahren - also ein Gesamtwert von 150,55 Prozent. Und das würde eine Pensionshöhe von 3.733,69 Euro bedeuten. (APA)

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