Appell an Roco-Eigentümer

28. Juli 2005, 14:35
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Arbeitsplätze sollen unbedingt erhalten werden - AK, Gewerkschaft und Betriebsrat zeigen kein Verständnis für Vermögenspoker um Gesellschaftsanteile

Salzburg - Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Betriebsrat appellierten am Sonntag, es möge alles unternommen werden, dass jeder Arbeitsplatz bei der Roco Modellspielwaren GmbH mit Hauptsitz in Hallein-Rif, die am Freitag Konkurs angemeldet hat, erhalten bleibe. Man habe keine Verständnis, "dass die Weiterführung des Unternehmens vom Poker um die Vermögenswerte (Übertragung der Gesellschaftsanteile, Marken und Patente an die Hausbank Raiffeisen, Anm.) abhängt", sagte Arbeiter-Betriebsratsvorsitzender Karl Schernthaner.

Es gehe nicht nur um die rund 800 Mitarbeiter des Unternehmens, sondern"auch um die Familienangehörigen - das sind 2000 bis 2.500 Einzelschicksale. Rechnet man auch noch die Zulieferfirmen dazu, dann betrifft das mehrere Tausend", so Schernthaner.

Vermögenspoker

Der Arbeiter-Betriebsratvorsitzende hat kein Verständnis, "dass das Unternehmen durch den Vermögenspoker gefährdet wird. Es ist schon Schaden genug eingetreten. Wir können mangels Material in manchen Teilen nicht mehr arbeiten. Es hilft uns zwar die Urlaubszeit ein wenig, denn ab Montag ist die Hälfte in den Ferien - aber es ist ein trauriger Urlaub ohne Geld", unterstrich der Belegschaftsvertreter.

Betroffen von der Insolvenz sind die Roco Modellspielwaren GmbH mit den Standorten Hallein-Rif, Gloggnitz und Banska-Bystrica (SK), die Roco Werkzeugbau GmbH & Co. KG mit dem Standort Gloggnitz und die Roco Besitz- und Beteiligungs-GmbH in Hallein Rif. Die anderen Gesellschaften der Roco Gruppe, das sind die Roco Holding GmbH als Konzernmutter, die Roco Anlagen GmbH und die Roco Modellspielwaren Vertriebsgesellschaft m.b.H. in Freilassing, sind nicht vom Konkurs betroffen. Passiva von 47,2 Mio. Euro stehen Aktiva von 39,8 Mio. Euro gegenüber.

372 Mitarbeiter zittern in Hallein-Rif, 200 in Gloggnitz und 230 in Banska Bystrica um ihren Arbeitsplatz. Als Grund für die Insolvenz von Roco führte Eigentümer Peter Maegdefrau den Einbruch auf dem deutschen Hauptabsatzmarkt zurück, wo die Firma 65 Prozent des Geschäftes macht.

Bereits im Konkursantrag wurde angeführt, dass ein Zwangsausgleich mit den Gläubigern angestrebt wird. Voraussetzung dafür ist die Aufrechterhaltung der zur Unternehmensgruppe Roco gehörigen Unternehmen, da im Falle einer Schließung des Betriebes vom Verlust der derzeitigen Kundenbeziehungen ausgegangen werden muss, so der Alpenländische Kreditorenschutzverband in einer Aussendung. Im Konkursantrag geht man ferner zumindest von monatlichen Fortführungskosten in der Höhe von rund drei Mio. Euro aus. (APA)

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