Regierung will Raketenabwehr für Zivilflugzeuge testen

18. Juli 2005, 07:53
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Laser-System soll Linienmaschinen schützen

Washington - Die US-Regierung will ein Raketenabwehrsystem für zivile Flugzeuge testen. Dabei soll ein Laser-System Linienmaschinen vor einem terroristischen Angriff mit Luftabwehrraketen schützen, berichtete die Zeitung "USA Today" am Donnerstag. Noch im August würden Tests mit drei Passagierjets beginnen. Nach Angaben der Zeitung könnte sich das Programm als teuerste Sicherheitsmaßnahme in der Geschichte der Zivilluftfahrt erweisen.

Das System soll Flugzeuge vor Kleinraketen schützen, die von der Schulter eines Täters auf tief fliegende Ziele abgefeuert werden könnten. Sicherheitsexperten fürchten, dass Terroristen die verhältnismäßig billigen und einfach zu bedienenden Flugkörper gegen Linienmaschinen einsetzen könnten. Bei dem von Northrop Grumman und BAE Systems entwickelten Abwehrsystem soll ein Laser am Flugzeug das Suchsignal der Rakete stören und sie so vom Ziel ablenken.

"Genau so teuer wie ein System mit Unterhaltungselektronik für die Flugzeuge"

Die Ausrüstung aller 6800 amerikanischen Verkehrsflugzeuge mit dem Schutz würde mindestens sechs Milliarden Dollar kosten - gut eine Million Dollar pro Jet. "Es kostet Geld, aber es ist genau so teuer wie ein System mit Unterhaltungselektronik für die Flugzeuge", zitiert die Zeitung John Kubricky vom US-Heimatschutzministerium. Für das nächste Jahr habe die Regierung 110 Millionen Dollar zur Entwicklung der Raketenabwehr eingeplant.

Eine in der Zeitung zitierte Studie des Washingtoner Cato- Instituts empfiehlt auch aus ökonomischen Gründen vermehrt Investitionen in die Raketenabwehr. Ein erfolgreicher Terrorakt könnte die Menschen vom Fliegen abschrecken und damit enorme Verluste in der Luftfahrt und der Gesamtwirtschaft verursachen. (APA/dpa)

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