Mindestens 15 Rebellen bei Kämpfen getötet

18. Juli 2005, 07:50
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Militär fand größere Menge an Waffen und Munition - Dagegen legten im Norden des Landes 675 Mann des rechten Paramilitärs Waffen nieder

Bogota - Das kolumbianische Militär hat bei Kämpfen im Südwesten des Landes nach eigenen Angaben mindestens 15 linke ELN-Rebellen getötet. Die Soldaten hätten in der Gemeinde Jamundí auch größere Mengen an Waffen und Munition der ideologisch an Kuba orientierten Rebellengruppe "Nationales Befreiungsheer" (ELN) sichergestellt, sagte General Hernando Pérez am Donnerstag weiter. Das ELN hält etwa 8000 Frauen und Männer unter Waffen und ist die zweitgrößte Guerillaorganisation des Landes. Friedensbemühungen zwischen den Rebellen und der konservativen Regierung unter Vermittlung Mexikos haben bisher keinen Durchbruch gebracht.

675 Mann legten Waffen nieder

Im Rahmen der Auflösung der rechten kolumbianischen Paramilitärs haben am Donnerstag im Norden des Landes weitere 675 Mann ihre Waffen niedergelegt. Präsident Alvaro Uribe hatte 2003 mit der Führung der "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) die völlige Entwaffnung aller etwa 20.000 Kämpfer bis Ende 2005 vereinbart. Bisher kehrten aber nur erst etwa 5300 Paramilitärs ins Zivilleben zurück. Die ehemaligen Bewaffneten werden ein Jahr vom Staat unterstützt und sollen für Zivilberufe ausgebildet werden.

Rekrutierung von Arbeitslosen und Jugendlichen für Paramilitär

Allerdings rekrutieren die Paramilitärs nach Angaben der Polizei viele Arbeitslose und Jugendliche, stecken sie in Uniformen und demobilisieren sie dann gleich wieder. Die wirklichen Kampfeinheiten blieben dadurch erhalten. Sprecher der Provinzregierungen warnen zudem, dass die Gründe für das Entstehen der Paramilitärs nach wie vor bestünden. Großgrundbesitzer wollten weiter Schutz vor linken Rebellen und die Drogenbanden vor Rivalen und der Polizei. Die Führungsränge der AUC, die während ihrer Zeit in der Illegalität vor allem aus dem Drogenschmuggel große Vermögen angehäuft haben, können wegen des kürzlich erlassenen Sondergesetzes "Gerechtigkeit und Friede" auf milde Strafen hoffen. (APA/dpa)

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