Nach Amoklauf in OÖ: Bedingte Einweisung

15. Juli 2005, 17:13
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Landwirt hatte im Februar zwei Menschen angeschossen und verletzt - Beschluss nicht rechtskräftig

Wels (APA) - Mit einer auf fünf Jahre bedingten Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher hat Donnerstagabend im Landesgericht Wels der Prozess gegen einen 47-jährigen Amokläufer geendet. Der Landwirt hatte im Februar dieses Jahres in Oberösterreich zwei Menschen angeschossen und verletzt. Die Entscheidung der Geschworenen erfolgte einstimmig. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

Der Amoklauf hatte sich in der Nacht auf den 21. Februar ereignet. Die mittlerweise verstorbene Mutter des Landwirtes machte sich Sorgen gemacht, weil er sie nicht im Krankenhaus besuchte. Sie bat einen Onkel des Mannes nachzusehen, ob alles in Ordnung sei. Dieser ging mit einem Gendarm und einem Nachbarn zum Hof des 47-Jährigen.

Der Mann reagierte auf ihr Rufen und Klopfen nicht, daraufhin schlugen sie mit einer Axt die Eingangstür ein. Im Vorraum machten sie Licht und öffneten anschließend die Wohnzimmertür. In dem Raum saß der Landwirt mit dem Gewehr im Schoß. Er schrie die Männer an, sie sollten verschwinden und schoss plötzlich auf den 71-jährigen Nachbarn. Dieser wurde an der Hand und im Bauchbereich getroffen.

Von Diensthund überwältigt

Die alarmierte Spezialeinheit Cobra übernahm den Fall. Das Areal wurde weiträumig abgeriegelt, das Gebäude umstellt. Die Beamten versuchten, mit dem Amokläufer telefonisch zu verhandeln. Als er sich nicht mehr meldete, stürmten sie das Haus, der Mann eröffnete sofort das Feuer. Dabei wurde ein Cobra-Mitglied am Arm verletzt. Die Männer gelangten durch die Rückseite des Gebäudes ins Innere. Der Landwirt flüchtete in den Keller und feuerte von dort weiter auf die Beamten. Ein Diensthund konnte ihn schließlich überwältigen.

Gegenstand des Prozesses war der Antrag des Staatsanwaltes, den 47-Jährigen in einer Anstalt unterzubringen. Ein Gutachten attestierte ihm zum Tatzeitpunkt Unzurechnungsfähigkeit. Er selbst wiederum erklärte vor Gericht, die Männer hätten sich nicht vorgestellt, er habe niemanden erkennen können, es sei so düster gewesen. Er habe geglaubt, dass ihm jemand was wegnehmen wollte.

Der Mann muss sich nun über einen Zeitraum von fünf Jahren in periodischen Abständen untersuchen lassen. Kommt er dem nicht nach, droht ihm die Einlieferung in eine Anstalt bis zur vollkommenen Genesung. Verteidiger und Staatsanwalt gaben keine Erklärung ab, der Beschluss ist somit nicht rechtskräftig. (APA)

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