"Agatha Christie und der Orient"

14. April 2000, 17:29

Ausstellung über die "Queen of Crime" bis 17. September

Wien - Eine bisher verborgene Seite der britischen Krimiautorin Agatha Christie (1890-1976) stellt eine Ausstellung im Wiener Museum für Völkerkunde in den Mittelpunkt. Bis 17. September präsentiert "Agatha Christie und der Orient" die legendäre "Queen of Crime" als eifrige Forscherin und Archäologin an der Seite ihres zweiten Mannes Max Mallowan. In der am Mittwoch in Wien eröffneten Ausstellung sind unter anderem Kunstwerke aus den Grabungsstätten sowie ein Abteil aus dem Orient-Express zu sehen. In der Schau wird aber auch versucht, das weit verbreitete Bild Christies als liebenswerte, alte Dame ein wenig zurechtzurücken. Hinter der zwar viktorianisch geprägten Autorin von Büchern wie "Tod am Nil" und "Mord im Orient-Express" verbarg sich durchaus eine nach heutigem Verständnis "unkonventionelle" Frau, die an der Seite Mallowans viele Jahre im Orient lebte und an zahlreichen Ausgrabungen im Irak und in Syrien teilnahm.

Tagebücher

So restaurierte Christie etwa Keramik (mit Hilfe ihrer Gesichtscreme), reinigte Elfenbeinfunde und dokumentierte die Grabungsarbeiten mit der Kamera. Neben ihrer Tätigkeit an den historischen Stätten sammelte die Erfinderin von Miss Marple und Hercule Poirot aber auch Material für ihre Romane, die häufig an orientalischen Schauplätzen spielten, wie Auszüge aus ihren ebenfalls ausgestellten Tagebüchern beweisen. Ihre Eindrücke schilderte Christie auch in den Autobiografien "Tell Me How You Live" und "An Autobiography".

Als imposantestes Exponat ist auch die Inneneinrichtung eines Abteils des legendären Orient-Express ausgestellt, mit dem Christie 1928 nach ihrer gescheiterten ersten Ehe in den Irak aufbrach. Nicht zuletzt diese Reise, die sie auch nach Ninive führte, inspirierte sie zu "Mord im Orient-Express". Heute gilt Christies Werk nach der Bibel und den Dramen Shakespeares als meistgelesenes der Welt.

"Agatha Christie und der Orient" von 13. April bis 17. September im Völkerkundemuseum, 1010 Wien, Heldenplatz. Informationen unter 01/53430 und im Internet unter www.ethno-museum.ac.at

(APA)

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    foto: home.t-online.de/home/matthias.maerkle/
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