Ziel: Größter Mobilfunkbetreiber Südosteuropas

27. Juli 2005, 17:12
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TA größter Auslandsinvestor in Bulgarien - Nächste Übernahmeschritte in Serbien und Bosnien-Herzegowina geplant

Sofia - Die börsenotierte österreichische Telekom Austria-Gruppe (TA) hat mit der heute, Donnerstag, finalisierten Übernahme der bulgarischen Mobiltel einen weiteren Schritt in ihrer Südosteuropa-Expansion gesetzt. "Wir wollen der größte Mobilfunkbetreiber in Südosteuropa werden", kündigten TA-Vorstandsvorsitzender Heinz Sundt und TA-Mobilfunkvorstand Boris Nemsic vor Journalisten in Sofia an. Nächste Übernahmeschritte seien in Serbien und Bosnien-Herzegowina geplant.

Mit der Übernahme der Mobiltel um 1,6 Mrd. Euro - dem größten Auslandsinvestment in der österreichischen Unternehmensgeschichte - ist die Mobilkom Austria-Gruppe auf 8 Mio. Handykunden und mehr als 6.000 Mitarbeiter angewachsen. Durch den geplanten Einstieg in Serbien und Bosnien könnte die Kundenzahl in der Gruppe weiter auf 10 Millionen steigen, rechnete Nemsic vor. Eine Übernahme der serbischen Mobtel, bei der man sich "sehr gute Chancen" ausrechne, sei aber "eher 2006 als heuer" wahrscheinlich, während der Kauf der bosnischen Eronet derzeit auf Grund eines noch ausständigen Gerichtsurteils auf Eis liege, so Nemsic.

Größter Auslandsinvestor

Durch den Einstieg in Bulgarien, wo die TA zum größten Auslandsinvestor avanciert ist, hat die Mobilkom-Gruppe schon jetzt mehr Kunden im Ausland als in Österreich. Allein die Mobiltel bringt mit ihren 2.300 Mitarbeitern 3,2 Mio. neue Kunden in den Konzern ein. In Kroatien, Slowenien und Liechtenstein kommen noch einmal 1,67 Mio. Kunden hinzu. In Österreich telefonieren verglichen damit derzeit 3,3 Mio. Kunden über die Mobilkom. Vom Umsatz der Mobilkom-Gruppe kommen gemessen an den Ergebnissen 2004 nach der Mobiltel-Übernahme derzeit etwa 36 Prozent aus Südosteuropa, beim Gewinn (auf Basis EBITDA) beträgt der Auslandsanteil 45 Prozent.

Die Mobiltel ist mit einem Marktanteil von 63,9 Prozent - vor Globul - der größte Mobilfunkbetreiber in Bulgarien. 2004 wurden mit 2.300 Mitarbeitern 486 Mio. Euro Umsatz bei einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von knapp 203 Mio. Euro erzielt. Heuer ist laut Nemsic eine Umsatzsteigerung auf 500 Mio. Euro geplant, wobei angesichts des Starts des dritten bulgarischen Betreibers im vierten Quartal 2005, der eine Verschärfung des Wettbewerbs bringen wird, Preissenkungen in Kauf genommen werden müssten. Die Handypenetration in dem 7,9-Mio.-Einwohner-Land lag per Ende März bei 62,4 Prozent.

Die jährlichen Investitionen der Mobiltel, die bereits heuer mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS starten dürfte, liegen zwischen 50 und 90 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2005 belief sich der Umsatz der äußerst gewinnträchtigen Mobiltel auf 119 Mio. Euro, das EBITDA lag bei 80 Mio. Euro.

Positive Auswirkungen auf TA-Ergebnis

Auf das Nettoergebnis der TA werde sich die Übernahme der Mobiltel, die ab Juli konsolidiert wird, heuer mit 30 bis 45 Mio. Euro positiv auswirken, sagte TA-Finanzvorstand Stefano Colombo am Rande der Pressekonferenz zur APA. Trotz des Expansionskurses hält der TA-Konzern an seiner angekündigten Dividendenpolitik fest, ausgeschüttet werden sollen 60 Prozent des Ertrags. Die Nettoverschuldung der Mobiltel sei von 557 Mio. Euro Ende 2004 auf nun rund 500 Mio. Euro gesunken. Den Mobiltel-Kaufpreis will die TA aus Barmitteln und Krediten finanzieren.

Neuer Vorstandsvorsitzender der Mobiltel wird der ehemalige Chef der kroatischen Mobilkom-Tochter VIPnet und gebürtige Tiroler Josef Vinatzer (39). Im aus acht Personen bestehenden Aufsichtsrat werden u. a. Sundt, Nemsic und Colombo gemeinsam mit den Mobiltel-Verkäufern Martin Schlaff und Herbert Cordt sitzen. (APA)

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