Flutschutz um fünf Millionen Euro

19. Juli 2005, 11:29
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Mittersill: Dämme hätten dreistelligen Euroschaden verhindert - Forderung nach "kleinem Marshallplan"

Mittersill/Wien/Linz - Die Hochwasserschäden in Mittersill seien "unvorstellbar" - in Summen ausgedrückt lägen sie "im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich", schilderte Bürgermeister Wolfgang Viertler am Donnerstag. Er wiederholte die Forderung nach einem "kleinen Marshallplan" für die Region.

Im Vergleich dazu geradezu mager nimmt sich der Kostenvoranschlag für den Mittersiller Hochwasserschutz aus, der seit zwanzig Jahren diskutiert, aber noch nicht eingereicht worden ist: Auf gerade "vier bis fünf Millionen Euro, wenn man die Abfertigungszahlungen für Grundbesitzer nicht dazurechnet", käme das aus Dammbauten und einem Überschwemmungsbereich in Salzachnähe bestehende Projekt, erläutert Wolfgang Stalzer, zuständiger Sektionschef für Wasserbau im Landwirtschaftsministerium.

Wie in anderen gefährdeten Gemeinden auch, scheiterte die Projekteinreichung der Pinzgauer Katastrophengemeinde bisher an der Ebbe im Stadtsäckel - der rund 15 Prozent der Errichtungskosten beisteuern müsste - und am Widerstand der Grundbesitzer. Für Stalzer "in Zeiten zunehmender Starkregenereignisse" ein gefährliches Zuwarten. Zumal die Schutzanlage, existierte sie bereits, die Schäden großteils hätte verhindern können.

Gründung eines Krisenstabs

In Wien verkündete Infrastrukturstaatssekretär Eduard Mainoni (BZÖ) am Donnerstag die Gründung eines Krisenstabs zur Schadensbewältigung im Oberpinzgau. Die Hilfe dürfe sich "nicht in Hilfsflickwerk erschöpfen", sagte er. Währenddessen waren in der Hochwasserregion, die bis Samstag Katastrophengebiet bleiben wird, 569 Helfer der Feuerwehr, des Bundesheers, der Bergrettung und des Roten Kreuzes im Einsatz.

Auch in Oberösterreich gab die Katastrophenabteilung des Landes die Höhe des geschätzten Flutschadens bekannt: 7,75 Millionen Euro bei rund 600 Schadensfällen. (Irene Brickner, DER STANDARD - Printausgabe, 15. Juli 2005)

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    Die Aufräumarbeiten in Mittersill sind voll im Gange.

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