12. Etappe: Solosieg von Moncoutié

28. Juni 2006, 17:11
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Der zwölfte Abschnitt am Nationalfeiertag wurde zur Beute des französischen Cofidis-Fahrers - Armstrong weiter in Gelb

Digne-les-Bains - Was für ein Fest für den französischen Radsport. David Moncoutie sorgte am Nationalfeiertag nach einer Solofahrt auf den letzten 35 Kilometern der zwölften Etappe der Tour de France für einen viel umjubelten Heimsieg, den ersten bei der 92. Auflage. Während sich der Sieger bis zum letzten verausgabte, verbrachte Lance Armstrong einen halbwegs ruhigen Tag. Attacken seiner unmittelbaren Konkurrenten blieben aus und so verlässt der Sechsfach-Sieger die Alpen mit 38 Sekunden Vorsprung auf den Dänen Mickael Rasmussen und 2:34 Minuten auf den Franzosen Christophe Moreau.

13-Mann-Spitze

Auf der 187-km-Fahrt von Briancon nach Digne-les-Bains, vorbei an hunderttausenden Fans von den Hochalpen in die Lavendel-Stadt, hatte sich nach rund 65 Kilometern eine 13-köpfige Spitzengruppe gebildet. Mit dabei war Sprinter Thor Hushovd (NOR), der vom nicht mehr angetretenen Belgier Tom Boonen das Grüne Trikot übernahm, aber weiters kein Fahrer, der Armstrong gefährlich hätte werden können. Sandy Casar (FRA) war mit 17:29 Minuten Rückstand der bestklassierte Fahrer (31.), daher ließ man die Ausreißer ziehen, das Feld hatte 10:33 Minuten Rückstand auf den Sieger.

Moncoutie folgt Virenque nach

Moncoutie setzte sich auf der vorletzten der fünf Bergwertungen des Tages (2. bis 4. Kategorie) aus der Spitzengruppe ab und kämpfte sich bravourös mit 57 Sekunden Vorsprung auf die von seinem Landsmann Sandy Casar angeführten Verfolger ins Ziel. Er ist der 15. Franzose seit 1947, der am Nationalfeiertag triumphierte, so wie der mittlerweile zurückgetretene Richard Virenque im Vorjahr. Moncoutie, der für die Equipe Cofidis fährt, hatte auch im Vorjahr einen Tagessieg (einen Tag nach Virenque) gefeiert, in der Gesamtwertung ist er 40. (+32:06).

Wrolich plant Angriff

Die 13. Etappe am Freitag führt von Miramas im Herzen der Provence nach Montpellier, ehe am Wochenende zwei Etappen in den Pyrenäen warten. Das flache Terrain am Freitag ist ideal für Ausreißversuche. Einer, der es probieren will, ist Peter Wrolich. Er hatte im Vorjahr in einer Ausreißergruppe Rang fünf belegt und zeigte am Donnerstag mit dem zweiten Rang im Sprint des Feldes (+10:33), dem insgesamt 15. Platz, dass er seine gesundheitlichen Probleme (Verdauung) überwunden hat.

Totschnig schöpft Hoffnung

"Mit etwas Glück kann man in einer Gruppe dabei sein, aber das probieren 130 andere Fahrer auch", sagte der Kärntner. Er hatte die großen Bergetappen gut hinter sich gebracht. "Es klingt blöd, aber ich habe mich in den Bergen erholt, bin locker mit der letzten Gruppe mitgefahren." Der Tiroler Georg Totschnig nimmt nach den drei Alpenetappen den 23. Rang ein (+11:43), ist aber wieder guter Dinge. Die Form kommt zurück, die Moral für die Pyrenäen stimmt. (red)

Donnerstag-Ergebnisse der Tour de France:
12. Etappe, Briancon - Digne-les-Bains (187 km):

1. David Moncoutie (FRA/Cofidis) 4:20:06 Stunden - 2. Sandy Casar (FRA/FDJeux.com) + 0:57 Min. - 3. Angel Vicioso (ESP/Liberty Seguros) - 4. Patrice Halgand (FRA/Credit Agricole) - 5. Jose Luis Arrieta (ESP/Illes Balears) - 6. Franco Pellizotti (ITA/Liquigas-Bianchi) - 7. Axel Merckx (BEL/Davitamon-Lotto) - 8. Juan Manuel Garate (ESP/Saunier Duval) alle gleiche Zeit - 9. Thor Hushovd (NOR/Credit Agricole) + 3:15 - 10. Stuart O'Grady (AUS/Cofidis) gl. Zeit - weiter: 15. Peter Wrolich (AUT/Gerolsteiner) + 10:33 - 41. Lance Armstrong (USA/Discovery Channel) - 50. Jan Ullrich (GER/T-Mobile) - 52. Georg Totschnig (AUT/Gerolsteiner) - 146. Bernhard Eisel (AUT/FdJeux.com) alle gl. Zeit

Nicht am Start: Tom Boonen (BEL/Quickstep)

Sprintwertung: 1. Thor Hushovd (NOR/Credit Agricole) 142 Punkte - 2. Stuart O'Grady (AUS/Cofidis) 120 - 3. Robbie McEwen (AUS/Davitamon-Lotto) 107 - 4. Alexander Winokurow (KZK/T-Mobile) 81 - 5. Bernhard Eisel (AUT/FDJeux.com) 69 - 6. Peter Wrolich (AUT/Gerolsteiner) 66

Profil

12. Etappe

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    Französischer Etappensieg am Nationalfeiertag, das tut nicht nur der französischen Seele sondern auch David Moncoutié gut.

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