Umfrage: Linksbündnis stärkste Kraft in Ostdeutschland

16. Juli 2005, 17:08
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Union verliert bundesweit an Unterstützung

Köln - Gut zwei Monate vor der möglichen Bundestagswahl in Deutschland hat sich das neue Linksbündnis aus PDS und WASG in der Wählergunst der Ostdeutschen vor die Union geschoben. Mit 31 Prozent der Stimmen liegt das Bündnis in den neuen Bundesländern vor der CDU, die dort gegenüber der Vorwoche 3 Punkte verliert und 29 Prozent erreicht, meldete der WDR am Donnerstag zur Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends für die "Tagesthemen". Bundesweit könne das Linksbündnis wie in der Vorwoche mit 11 Prozent der Stimmen rechnen.

Mit einem solchen Ergebnis würde eine bürgerliche Koalition aus Union und FDP mit 50 Prozent weiterhin über die Mehrheit der Bundestagsmandate verfügen, doch liegt ihr Vorsprung nur noch 3 Punkte vor SPD, Grünen und der neuen Linkspartei. Bundesweit büßt die Union in der Befragung für die "Tagesthemen" einen Punkt gegenüber der Vorwoche ein und kommt auf 42 Prozent der Stimmen. Ihr möglicher Koalitionspartner FDP legt einen Punkt zu und steht nun bei 8 Prozent. Die SPD bleibt unverändert bei 27 Prozent. Die Grünen gewinnen einen Punkt und erreichen 9 Prozent der Stimmen. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hatte im Auftrag der ARD am Dienstag und Mittwoch 1000 Bundesbürger befragt.

Sollten Union und FDP nach einer Bundestagswahl am 18. September tatsächlich die Regierung stellen und würde Angela Merkel Kanzlerin, so rechnen die wenigsten mit deutlichen Verbesserungen in wichtigen Bereichen. Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) glauben nicht, dass sich unter Schwarz-Gelb die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessern würde. Nur 31 Prozent glauben dies. Auch rechnet eine klare Mehrheit (74 Prozent) nicht damit, dass Deutschland dann weniger neue Schulden machen wird.

Für sich persönlich erwarten mehr als zwei Drittel (68 Prozent) unter Schwarz-Gelb eher zusätzliche finanzielle Belastungen als eine Entlastung. Über den Vorschlag der Union, die Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent zu erhöhen und im Gegenzug die Beiträge zu den Lohnnebenkosten zu senken, sagen zwei Drittel (66 Prozent), dass er in die falsche Richtung gehe. 30 Prozent hingegen begrüßen den Vorstoß.

Infratest dimap hatte am 12. und 13. Juli auf der Basis einer repräsentativen Zufallsauswahl 1000 Menschen (701 West, 299 Ost) befragt. Die Fehlertoleranz beträgt 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte. (APA/dpa)

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