Haubner: Oststeirisches Fürstenfeld als Pflegescheck-Testbezirk

15. Juli 2005, 22:36
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Prüfung des Modell im erstmaligen Einsatz auf Bezirksebene auf ein Jahr ab September

Graz - Die oststeirische Region um Fürstenfeld wird laut Sozialministerin Ursula Haubner (B) erster Testbezirk für den Pflegescheck. In Kärnten stehe der Pflegescheck - der auf Bundesebene nicht unumstritten ist - in zwei Gemeinden im Test, nun wolle man das Modell erstmals auf einen größeren Raum ausweiten, so die Ministerin am Donnerstag in Graz. Die Testphase im Bezirk Fürstenfeld sei für ein Jahr vorgesehen und soll Ende September starten.

"Wir müssen einfach auf die demographische Entwicklung eingehen. Und wir müssen den alten Menschen auch die Möglichkeit geben, in ihrer gewohnten Umgebung alt und von ihren Angehörigen gepflegt zu werden", so Haubner. Mit dem bestehenden Pflegegeld sei eine Grundlage dafür geschaffen. Der zusätzliche Pflegescheck mache es jetzt möglich, Dienstleistungen im Pflegebereich anzukaufen, um damit die eigenen Angehörigen und Pflegenden zu entlasten, so Sozialministerin Haubner bei der Präsentation in Graz. Im Bezirk Fürstenfeld gibt es rund 500 Pflegebedürftige aller Stufen, davon seien rund 120 in Pflegeheimen und 120 Personen in mobiler Betreuung.

1.000-Euro-Gutschein

Der Pflegescheck soll einmal jährlich an alle Pflegegeldbezieher ab der Pflegestufe 3 ausgegeben werden und ist ein Gutschein in der Höhe von 1.000 Euro, der laut BZÖ vom Bund bzw. vom Sozialministerium finanziert werde. "Wir haben bereits in zwei Kärntner Gemeinden einen Testversuch des Pflegeschecks durchgeführt und nur positive Rückmeldungen bekommen", sagte Haubner. Diese zusätzlichen Geldmittel stießen auf eine hohe Akzeptanz und die Erfahrungen würden zeigen, dass es für die Angehörigen wirklich möglich werde, eine kurze - aber unbedingt notwendige - Auszeit zu nehmen, so Haubner. Man freue sich, dass nach den Versuchen in Kärnten jetzt die weitere Erprobung in einem steirischen Bezirk erfolgen solle, so die steirische BZÖ-Nationalratsabgeordnete Magda Bleckmann. (APA)

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