Für jemanden Beten ist zwecklos

27. Juli 2005, 16:02
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Forscher stellen - wenig überraschend - keine Fernheilung durch spirituellen Beistand fest, empfehlen aber weitere Studien zum Beten

London - Der Glaube kann einer neuen Studie zufolge keine Heilung aus der Ferne bewirken. Zumindest stellten US-Forscher bei zahlreichen Herzpatienten trotz intensiver Gebete für sie keine Verbesserung fest, wie sie im britischen Medizinjournal "The Lancet" (Bd. 366, S. 211) von diesem Samstag berichten.

Bei dem Experiment "Mantra II", an dem mehr als 700 Patienten in neun Kliniken teilnahmen, beteten verschiedene Gruppen für bestimmte Patienten. Diese Gebetsgruppen - Christen, Muslime, Juden und Buddhisten - versammelten sich auf Geheiß der Wissenschafter außerhalb des Krankenhauses - also weit weg vom Patienten.

Ergebnisse

Bei der Studie wurden 371 Patienten Gebetsgruppen zugeordnet, 377 Kranke bekamen keinen Beistand dieser Art. Zusätzlich erhielten die Hälfte der Patienten eine Therapie am Krankenbett, bei der sie unter anderem Musik hören konnten und von anderen Menschen berührt wurden - und die andere Hälfte der Kranken bekam nichts dergleichen. Fazit: "Beten für Patienten, die andernorts behandelt werden, oder eine Therapie am Bett mit Musik und Berührung verbessert nicht messbar die klinischen Ergebnisse", fassen die Autoren unter Leitung von Prof. Mitchell Krucoff von der Duke University in Durham im US-Bundesstaat North Carolina zusammen.

Die Forscher empfehlen weitere Studien zu dem Thema. "Der Einfluss, den Hoffnung und Glauben auf das persönliche Empfinden von Krankheit haben, kann nicht so einfach abgetan werden. Dies sind Themen für die Wissenschaft, eben weil ihre Grenzen überschritten werden", schreibt "Lancet" in einem Kommentar. Andere Studien hatten bereits gezeigt, dass Beten der eigenen Gesundheit gut tun kann. (APA/dpa)

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Measuring the effects of prayer
(Anmeldung bei "The Lancet" erforderlich)
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