Zweitgrößter Industriekonzern nach OMV

31. Juli 2005, 18:37
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Aus dem bisherigen Fünfer-Vorstand werden voraussichtlich acht - Hoffnung auf Integration mit "Augenmaß"

Wien - Die boomende Metallurgietechnik (VAI) wird der Siemens-Sparte Industrial Solutions & Services mit Sitz im deutschen Erlangen zugeordnet, Headquarter und Kompetenzzentrum für den Anlagenbau bleibt aber Linz. Der Name bleibt als "Siemens VAI" erhalten. Chef des Unternehmens (bisher 1,2 Mrd. Euro Umsatz, 3.400 Mitarbeiter) bleibt Gerhard Falch. Die Energieübertragung und -verteilung der VA Tech (1,1 Mrd. Euro Umsatz, 5.400 Mitarbeiter) wird an den Siemens-Bereich Power Transmission and Distribution (PTD) - ebenfalls Erlangen - berichten. Die Transformatorenfertigung in Weiz und Linz wird diesem Bereich zugeordnet.

Neu im Vorstand ist Alfred Ötsch

Nach der Verschmelzung von Siemens Österreich mit der VA Tech-Holding wird der bisherige Fünfer-Vorstand von Siemens voraussichtlich zu einem aus acht Personen bestehenden Vorstand werden, sagte Hochleitner. Grund: Drei VA Tech-Manager (Christian Habegger, Gerhard Falch und Jürgen Wild) stoßen zum bisherigen Siemens-Management dazu. Wie berichtet, wird Siemens-Vorstand Brigitte Ederer ab kommendem Dezember die CEO-Agenden von Albert Hochleitner übernehmen. Neu in den Vorstand von Siemens Österreich rückt Alfred Ötsch.

Aus dem Zusammengehen mit der VA Tech entsteht das mit rund 7 Mrd. Euro - nach der OMV - zweitgrößte Industrieunternehmen Österreichs. Die aus der Fusion entstehende Gruppe wird in Österreich 20.000 Mitarbeiter beschäftigten.

Integration mit Augenmaß

VA Tech-Vorstandschef Habegger sagte, er wisse, dass es in der VA Tech-Belegschaft, und vermutlich auch bei Siemens "gewisse Ängste" unter den Beschäftigten gebe und dass die Veränderungsbereitschaft bei Mitarbeitern und Führungskräften nicht immer die größte sei. Dies sei in einer solchen Situation aber "logisch". Er hoffe "auf eine Integration mit Augenmaß und Respekt".

Hochleitner meinte, die Übernahme basiere auf dem Gedanken , dass Kräfte gebündelt werden könnten, dass bei den beiden Firmen "die Addition von eins und eins mehr als zwei ergibt". Generell stehe das Wachstum und nicht die Restrukturierung im Vordergrund des Zusammenschlusses. Er rechne damit, dass die 13.000 von VA Tech übernommenen Mitarbeiter (exklusive Energieerzeugung) in einem Jahr im Siemens-Konzern "im Wesentlichen wiederzufinden sein werden", sagte er auf eine Journalistenfrage. (APA)

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