Umfrage in islamischen Staaten: Zustimmung zu Selbstmordanschlägen sinkt

14. Juli 2005, 20:00
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47 Prozent der Deutschen haben negative Einstellung zu Muslimen

Washington - Osama bin Laden und das Terrornetzwerk Al Kaida verlieren in der Bevölkerung islamischer Staaten offenbar zunehmend an Unterstützung. Dieses Ergebnis einer Studie in sechs Ländern von Marokko bis Indonesien führt das amerikanische Forschungszentrum Pew auf die unmittelbare Erfahrung terroristischer Anschläge zurück.

In mehreren islamischen Ländern schwinde der Rückhalt für Osama bin Laden und die Sympathie für Selbstmordanschläge, erklärte Pew-Direktor Andrew Kohut. Im Libanon fiel der Anteil derjenigen, die Selbstmordanschläge und andere Gewalttaten zur Verteidigung des Islams für gerechtfertigt halten, von 73 Prozent im Sommer 2002 auf 39 Prozent. In Marokko ging dieser Wert von 40 auf 13 Prozent zurück. In der Türkei blieb der Anteil der Gewaltbefürworter auf gleich bleibend niedrigem Niveau, in Jordanien stieg er leicht an.

Die Studie beruht auf Meinungsumfragen in insgesamt 17 Ländern, die vor den Terroranschlägen in London vorgenommen wurden. Demnach beurteilen junge Menschen in Marokko, im Libanon sowie in Pakistan und in der Türkei die USA vorteilhafter als die jeweilige Gesamtbevölkerung. Klare Mehrheiten mit einer negativen Sicht der USA gibt es im Libanon, in Pakistan, der Türkei, Jordanien und Indonesien; in Marokko ist das Meinungsbild etwa gleichmäßig geteilt.

In Deutschland wurde nach der Haltung zu gesetzlichen Einschränkungen beim Tragen des Kopftuchs gefragt. Hier ermittelte Pew eine Zustimmung von 54 Prozent, verglichen mit 78 Prozent in Frankreich. 47 Prozent der befragten Deutschen erklärten, sie hätten eine unvorteilhafte Meinung von Muslimen. Am höchsten war dieser Wert mit 51 Prozent in den Niederlanden. In Frankreich erklärten 34 Prozent, ein negatives Bild von Muslimen zu haben; in den USA waren es 22 Prozent. (APA/AP)

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