Sizilien: Immer mehr Krebserkrankungen und Missbildungen

20. Juli 2005, 08:07
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Staatsanwälte ermittleln gegen petrochemische Konzerne - Konzentration von Quecksilber im Meer deutlich höher als erlaubt

Catania - Die Staatsanwälte der sizilianischen Stadt Gela ermitteln gegen Manager lokaler petrochemischer Konzerne, die beschuldigt werden, für schwere Umweltschäden verantwortlich zu sein. Viele Kinder, die in der Region in den vergangenen zehn Jahren zur Welt gekommen sind, seien missgebildet, haben Herzprobleme oder Magenbeschwerden, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Hunderte von Bewohnern Gelas seien jahrelang bei der Verarbeitung von Giftstoffen mit schädlichen Substanzen in Kontakt gekommen, die ins Meer geschüttet wurden, was gravierende gesundheitliche Schäden für die lokale Bevölkerung bewirkt hat. Die Konzentration von Quecksilber im Meer sei deutlich höher als erlaubt.

Krebserkrankungen

In den vergangenen Jahrzehnten seien 641 Mitarbeiter der petrochemischen Konzerne Gelas an Krebs gestorben. Mindestens 195 Todesfälle seien direkt mit den Giftstoffen in Verbindung zu bringen, die von den petrochemischen Anlagen hergestellt werden. Gela zählte in den vergangenen Jahrzehnten zu den größten Industriestädten Siziliens.

Staatsanwälte der sizilianischen Stadt Syrakus ermitteln gegen Manager eines petrochemischen Konzerns, die beschuldigt werden, für schwere Umweltschäden verantwortlich zu sein. Die Leiter des Konzerns werden beschuldigt, jahrelang bei Verarbeitung von Quecksilber entstandene Giftstoffe ins Meer geleitet zu haben, um die hohen Kosten der Endlagerung zu sparen. (APA)

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