Polen: Terror-Ermittlungen gegen Briten pakistanischer Herkunft

17. Juli 2005, 20:26
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Akmal S. soll Bekenner-E-Mail verfasst und mit Anschlägen gedroht haben - Expolizist nach Bombendrohung verhaftet

Warschau - Die Agentur für Innere Sicherheit (ABW) in Polen hat am gestrigen Mittwoch eine Untersuchung begonnen, die aufklären soll, ob der im ostpolnischen Lublin lebende Brite pakistanischer Herkunft Akmal S. mit den Attentaten in London in Verbindung steht.

Vor einigen Tagen soll er an eine Bank ein E-Mail geschickt haben, in dem er schieb, dass er die Bomben vorbereitet habe, die in der Londoner U-Bahn und in einem Bus explodierten. "Wir können derzeit nicht ausschließen, dass er mit den Attentaten etwas zu tun hat", sagte die ABW-Pressesprecherin in Lublin, Agata Studenny gegenüber der Tageszeitung "Rzeczpospolita".

Die Sicherheitsagentur ABW hat die Festplatte des Computers von Akmal S. beschlagnahmt. Der Mann selbst wurde jedoch bisher von den polnischen Behörden nicht verhaftet.

Akmal S. ist in Lublin durch seinen Aktionismus und seine Aussagen bekannt. Als der Stadtrat von Lublin ihm im Juni keine Genehmigung erteilte, eine Moschee im Zentrum der Stadt zu errichten, hatte er einigen Abgeordneten mit Terroranschlägen gedroht. Der Pakistano-Brite drohte, dass er den Drahtzieher des Terror-Netzwerks Al Kaida, Osama bin Laden, und alle Terroristen, die er selbst kenne, nach Lublin "bringen" werde und dann von den Stufen des Lubliner Rathauses eine Jihad-Erklärung verlesen werde.

Expolizist nach Bombendrohung verhaftet

Ein ehemaliger Polizist ist am Donnerstag verhaftet worden, nachdem er die polnische Hauptstadt Warschau durch eine falsche Bombendrohung aufgeschreckt hat. Bei einer Verurteilung drohen dem 44jährigen Jacek K. acht Jahre Gefängnis. K. hatte am Dienstag über ein Mobiltelefon die Notrufnummer gewählt und einen Bombenalarm ausgelöst, der zur Evakuierung von 20.000 Warschauern aus der U-Bahn führte.

Warschau wurde in dieser Woche jeden Tag von neuen Bombendrohungen heimgesucht, die sich bisher alle als falsch erwiesen haben. Oberbürgermeister Lech Kaczynski (Partei PiS "Recht und Gerechtigkeit") hatte deshalb 150.000 Zloty (37.000 Euro) Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. (APA)

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