Fußball: Deutsche Bundesliga erwartet mehr TV-Honorar

22. Juli 2005, 14:04
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TV-Verträge, die dem Dachverband derzeit 300 Millionen Euro pro Jahr einbringen, laufen nach der Saison 2005/06 aus

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwartet von 2006 an höhere Fernsehhonorare für ihre 36 Profivereine. Die TV-Verträge, die dem Dachverband derzeit 300 Millionen Euro pro Jahr einbringen, laufen nach der Saison 2005/06 aus. "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich deutlich mehr erlösen lässt als im aktuell gültigen Vertrag", sagte DFL-Präsident Werner Hackmann dem "Hamburger Abendblatt" (Donnerstag-Ausgabe).

Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Die von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geforderten 500 Millionen Euro pro Jahr bezeichnete Hackmann als "eine sehr ambitionierte Zahl".

Seine Zuversicht schöpft der DFL-Chef aus dem Konkurrenzkampf der TV-Sender, die die Bundesliga-Rechte kaufen wollen. "Mit Premiere und Kabel Deutschland gibt es zwei Interessenten des Bezahl-Fernsehens, mit ARD, ZDF, Sat.1 und RTL mehrere im Free-TV", argumentierte Hackmann.

Bei der Vergabe der Rechte will die DFL die unterschiedlichen Interessen der Fans, der Klubs, der Werbepartner, des Pay- und Free-TV möglichst unter einen Hut bringen. "Wir müssen sehen, dass wir alles so nutzen können, dass es am Ende einen Mix gibt, bei dem es keine Verletzten gibt", sagte Hackmann.

Strategie festlegen

Die DFL will im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres die zukünftigen Übertragungsrechte ausschreiben. "Vorher wird die Strategie festgelegt. Dann finden die Verhandlungen statt. Anfang 2006 erwarte ich einen positiven Abschluss", erläuterte Hackmann den Zeitplan. Eine Garantie für Bundesliga-Fußball am Samstag im Free TV auch in Zukunft wollte er nicht geben: "Das werden wir sehen."

Bei der Verteilung der TV-Honorare regte er eine Diskussion über einen Vorschlag von Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser an: "Man könnte bei der Verteilung auch berücksichtigen, welche Vereine in ein eigenes Stadion investiert haben, was die Wettbewerbsfähigkeit zweifelsohne beeinflusst. Es ist schon ein Unterschied, ob Klubs wie Bayern, der HSV, Schalke oder Gladbach wirtschaftliche Risiken zum Bau ihres Stadions eingehen, oder ob sie wie Frankfurt oder Berlin zur Miete in den Arenen spielen." (APA)

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