Mehrere Verletzte bei Auflösung von Siedlerblockade

16. Juli 2005, 09:16
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Sharon: Nach Räumung von Gaza-Streifen kein weiterer Abzug - Arabische Liga fordert Baustopp für "Apartheids-Mauer"

Tel Aviv/Ramallah - Bei Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und ultra-rechten israelischen Demonstranten an einem Grenzposten zum Gaza-Streifen sind am Donnerstag mehrere Menschen verletzt worden. Die Soldaten lösten im Morgengrauen eine Blockade auf, zu der sich in der Nacht hunderte Israelis am Grenzübergang Kissufim eingefunden hatten, berichteten israelische Radiosender.

Die Armee hatte den Gaza-Streifen am Mittwoch für nicht dort lebende Israelis gesperrt. Damit sollt verhindert werden, dass Gegner des bevorstehenden Rückzugs in das Gebiet einsickern und den erwarteten Widerstand gegen die Räumung unterstützen.

Kein weiterer Abzug

Unterdessen wird es nach der Räumung des Gaza-Streifens und nördlichen Westjordanlands nach den Worten des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon keine weiteren einseitigen Abzug israelischer Truppen aus palästinensischen Gebieten geben. Der Regierungschef sagte am Donnerstag vor Repräsentanten der Polizei über die Zeit nach dem Abzug, der am 17. August beginnen soll: "Es gibt keine weitere einseitige Abtrennung."

Alle 21 Siedlungen von Israelis im Gazastreifen sowie vier weitere kleine Siedlungen im Westjordanland sollen geräumt werden. Die großen jüdischen Siedlungen im Westjordanland sollen dafür ausgebaut und besser untereinander verbunden werden. Nur wenn Ruhe herrsche und die palästinensischen militanten Gruppen entwaffnet würden, könne man als nächsten Schritt zum internationalen Friedensplan Road Map übergehen, sagte Sharon. Der Plan sieht unter anderem die Einrichtung eines lebensfähigen Palästinenserstaates im Westjordanland und Gazastreifen vor.

Arabische Liga fordert Baustopp für "Apartheids-Mauer"

Die Arabische Liga forderte am Donnerstag in Kairo eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Weltsicherheitsrates, um den "Bau der 'Apartheids-Mauer' zu stoppen", der gegen das Urteil des Internationalen Gerichtshofs (ICJ) in Den Haag verstoße. Gemeint ist der Sperrwall der Israelis zur Abwehr des Terrorismus, dessen Verlauf vor einem Jahr vom ICJ in einem von Israel abgelehnten Gutachten für völkerrechtswidrig erklärt wurde. (APA/dpa)

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