Albanische Extremisten konzentrieren sich in Kondovo

17. Juli 2005, 14:58
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TV-Sender: Mehrere Polizeistationen sollen Drohungen erhalten haben

Belgrad/Skopje - Albanische Extremisten konzentrierten sich neuerdings in einem Dorf unweit der mazedonischen Hauptstadt Skopje sowie an der Grenze zum Kosovo. Dies berichtete Mittwoch Abend der TV-Sender "Kanal 5" in Skopje unter Berufung auf Polizeikreise. Denselben Kreisen zufolge hätten sich der Extremistengruppe unter Führung von Agim Krasniqi, dem einstigen Extremistenführer in der Region, am 8. Juli im Dorf Kondovo auch Extremistengruppen aus anderen Teilen Westmazedoniens sowie dem Kosovo angeschlossen.

Der Sender berichtete, dass die Extremisten, die seit mehreren Wochen das von Albanern bewohnte Dorf unter Kontrolle halten, inzwischen auch mit schweren Waffen und Raketenwerfern ausgerüstet seien. Die Polizei soll auch über Informationen verfügen, wonach Frauen und Kinder neuerdings das Dorf in Richtung des Kosovo verlassen und sich die Extremistengruppe auf einen Kampf mit der mazedonischen Polizei vorbereite. Unter anderem sollen auch Schutzgräben angelegt werden.

Ein anderer TV-Sender meldete indessen, dass nach dem Überfall unbekannter Angreifer auf eine Polizeistation im Dorf Vratnica, an der Grenze zum Kosovo, vor zwei Tagen auch mehrere andere Polizeistationen Drohungen erhalten hätten. Von der Polizei sei dies offiziell allerdings nicht bestätigt worden. In Vratnica, wo sich im Augenblick des Angriffes mit einer Handgranate sechs Polizisten befunden hatten, wurde nur Sachschaden angerichtet.

Westmazedonien war im Frühjahr 2001 Schauplatz mehrmonatiger Kämpfe zwischen albanischen Extremistengruppen und Regierungstruppen. Sie wurden durch das Abkommen von Ohrid im August desselben Jahres beendet, mit welchem der albanischen Volksgruppe, die rund ein Viertel der Bevölkerung ausmacht, größere Beteiligung am Verwaltungsapparat und breitere Nutzung ihrer Muttersprache gesichert wurde. (APA)

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