USA betrachten Saudiarabien als wichtigen Terror-Finanzgeber

17. Juli 2005, 17:29
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Religiöse Stiftungen und Private lassen Gelder fließen

Washington - Religiöse Stiftungen und Privatleute in Saudiarabien zählen nach Einschätzung der US-Regierung immer noch zu den wichtigsten Finanzgebern des internationalen Terrorismus. Ungeachtet der Anti-Terror-Politik der Regierung in Riad finanzierten Quellen in dem Königreich "terroristische Organisationen und die Ideologie", die den Terroristen Auftrieb verleihe, sagte US-Finanzstaatssekretär Stuart Levey am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Anhörung im Senat in Washington.

Die Herausforderung durch die saudiarabischen Terror-Financiers sei eine der "beängstigendsten", denen sich seine Behörde zu stellen habe, sagte Levey. In Saudiarabien befinde sich seiner Ansicht nach "immer noch eine bedeutende Quelle der Terrorfinanzierung, einschließlich des Aufstands im Irak".

Da die saudiarabische Regierung die Aufsicht über den Bankensektor und die zahlreichen religiösen Stiftungen verstärkt habe, gingen die Extremisten dazu über, Finanzmittel per Kurier über die Grenze zu schicken. Deshalb sei es nötig, dass die Regierung in Riad die Obergrenze für Bargeldausfuhr senke und diese Regelung auch "aggressiv" durchsetze, forderte Levey.

Auf Druck ihres Verbündeten USA hat die saudiarabische Regierung ihr Vorgehen gegen Extremisten im eigenen Land zuletzt erheblich verschärft. Bei Razzien wurden zahlreiche Verdächtige festgenommen oder getötet.

Mit Werbespots in den USA hatte die saudiarabische Regierung im Vorjahr versucht, Vorwürfen bezüglich mangelnder Bekämpfung des Terrorismus entgegenzutreten. Der US-Kongress hatte untersucht, ob Gelder des saudiarabischen Staates an die Attentäter des 11. September 2001 geflossen sind. Von den 19 Flugzeugentführern waren 15 Staatsbürger Saudiarabiens.

Besonders kritisiert worden ist in den USA die Ehefrau des saudiarabischen Botschafters in Washington, Prinzessin Haifa, eine Tochter des verstorbenen Königs Faisal und Schwester des Außenministers Prinz Saud al-Faisal, die regelmäßig große Spenden an eine Frau gezahlt haben soll, welche davon die Hälfte an Attentäter vom 11. September weitergeleitet hatte.

Israel hatte bereits 2002 einen 85 Seiten umfassenden Bericht vorgelegt, aus dem hervorging, dass die saudiarabische Regierung die Familien von Selbstmordattentätern finanziell unterstützt. Die US-Regierung hatte damals ungehalten auf die israelischen Vorwürfe reagiert. (APA)

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