Bin Laden drohte vor London-Anschlägen per Video

13. Juli 2005, 23:09
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"Focus Online": Großbritannien senkte angeblich dennoch Terror-Warnstufe

München/Paris - Großbritannien hat einem Medienbericht zufolge offenbar kurz vor den Bombenanschlägen in London die Terror-Warnstufe gesenkt, obwohl der Geheimdienst über eine unveröffentlichte Drohung des Extremistenführers Osama bin Laden informiert war. Dies berichtete "Focus Online" am Mittwoch unter Berufung auf französische Sicherheitskreise.

Demnach war der französische Geheimdienst DGSE an ein Video des Terroristenführers gelangt, auf dem eine kurze Botschaft zu hören war: "Wenn ihr unsere Städte bombardiert, werden wir Eure Städte bombardieren." Das Video wurde dem Bericht zufolge als echt bewertet, obwohl es offenbar nicht, wie so häufig, an den arabischen Fernsehsender Al Jazeera oder andere Sender geschickt worden sei.

Niedrigere Terror-Warnstufe trotz Video-Drohung

Im Mai diesen Jahres habe sich der französische Geheimdienst mit dem britischen MI5 und weiteren europäischen Kollegen über das Video ausgetauscht, das auch den britischen und anderen europäischen Diensten zugegangen sei, hieß es in dem Bericht weiter. Andererseits sei nur wenige Wochen vor den Anschlägen vom vergangenen Donnerstag in London die Terror-Alarmstufe auf den niedrigsten Stand seit 2001 gesenkt worden.

Bei vier Bombenexplosionen in der Londoner U-Bahn und in einem Bus während des morgendlichen Berufsverkehrs wurden am Donnerstag mindestens 52 Menschen getötet und rund 700 weitere verletzt. Großbritannien hat im Rahmen der US-geführten multinationalen Truppe knapp 9000 Soldaten im Irak stationiert. (APA)

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