Van-Gogh-Prozess : Geständnis schlägt Wellen

15. Juli 2005, 08:48
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Geständnis des Mörders des Regisseurs löste neuerliche Integrations-Debatten in den Niederlanden aus

Amsterdam - Der Prozess gegen den geständigen Mörder des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh löst große öffentliche Erregung aus. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die eine lebenslange Haftstrafe für Mohammed B. gefordert hat, wurde von der niederländischen Presse am Mittwoch begrüßt. "Dieser Strafantrag ist vollkommen gerechtfertigt", schrieb die eher linke Zeitung "De Volkskrant".

Der Sohn marokkanischer Einwanderer, hatte am Vortag erklärt, er habe Van Gogh aus religiöser Überzeugung getötet und würde jederzeit wieder so handeln. Diese Aussage löste neuerliche Debatten über die Integration insbesondere muslimischer Einwanderer aus. Ein Sprecher des Anne-Frank-Instituts in Amsterdam warnte im Interview mit der Nachrichtenagentur AP vor einer Diskriminierung von Muslimen. Zwar sei die Situation wieder deutlich besser als unmittelbar nach der Ermordung Van Goghs, es gebe aber noch immer "viele Hinweise auf Rassismus und diskriminierendes Gerede".

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