Durchbruch für den Neubau von Wien-Mitte

20. Juli 2005, 22:26
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ÖBB und Investor B.A.I. haben sich geeinigt - Gebaut wird auch in der Donaucity, wo ein neues 200-Meter-Hochhaus entstehen soll

Die intensiven Verhandlungen zwischen ÖBB und Investor B.A.I. haben gefruchtet: In allen inhaltlichen Fragen hat man sich geeinigt, auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Gebaut wird auch in der Donaucity, wo ein neues 200-Meter-Hochhaus entstehen soll.

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Wien - Der Zug ist doch noch nicht abgefahren: Nach intensiven Gesprächen zeichnet sich jetzt ein Abschluss der Verhandlungen zur Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte ab. Am Mittwoch gaben Grundstückseigentümer ÖBB und Investor B.A.I. (Bauträger Austria Immobilien) bekannt, dass die Planungen realisiert und bis Ende Juli mit einer endgültigen Einigung gerechnet werden kann. Bis zuletzt stand aufgrund von Differenzen über den Grundstückspreis und Problemen bei den Ausmietungen ein Scheitern des Projekts im Raum (DER STANDARD berichtete).

Deal unter Dach und Fach

Der Deal sei so gut wie unter Dach und Fach, erklärte B.A.I.-Geschäftsführer Thomas Jakoubek. "Die Inhalte sind festgelegt, jetzt geht es nur noch um die vertragliche Finalisierung, an der die Juristen feilen werden." In der vergangenen Woche habe es sehr konstruktive Gespräche mit Martin Huber gegeben, der als Vorstandssprecher der ÖBB die Verhandlungen persönlich in die Hand genommen hat. Nur die Frage der Ausmietungen sei weiter nicht gelöst.

Was den Preis betrifft, den die B.A.I. für das Grundstück zahlen wird, hüllt sich Jakoubek nach wie vor in Schweigen. Er verrät nur: "Es ist viel zu viel - die harten Verhandlungen haben uns einige Federn gekostet."

In absehbarer Zeit werden Bagger in das Bahnhofsareal in Wien-Landstraße einfahren, ist sich auch Planungsstadtrat Rudi Schicker (SP) sicher. Dann kann endlich mit der Neugestaltung begonnen werden, die schon 2003 nach einer heftigen Debatte um Denkmalschutz und das Weltkulturerbe-Prädikat für die Wiener Innenstadt gescheitert war. Die aktuellen Pläne vom Architektenteam Dieter Henke und Marta Schreieck sehen die Errichtung eines 70-Meter-Hochhauses vor, das von einer 35 Meter hohen Bebauung flankiert wird. Weiters sind ein Einkaufszentrum, Hotels sowie Büroflächen geplant.

Donaucity wächst

Thomas Jakoubek zeichnet in seiner Funktion als Vorstandsdirektor der WED (Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum) auch für die Errichtung eines neuen Hochhauses in der Donaucity verantwortlich. Mit einem 200 Meter hohen Turm des französischen Architekten Dominique Perrault soll der Startschuss für die letzte Phase zur Bebauung der "Platte" gegeben werden - nicht zuletzt, um das Areal als eigenen Stadtteil attraktiver zu machen, was bisher nicht überzeugend gelungen war.

Ab Frühjahr 2007 soll der Wolkenkratzer, der die ganze Donaucity überragen wird, um geschätzte 100 Millionen Euro realisiert werden. Auf einer Bruttogrundrissfläche von 68.000 Quadratmetern werden im unteren Drittel ein hochklassiges Hotel, darüber Büros und ganz oben Wohnungen untergebracht. Danach ist die schrittweise Errichtung zweier weiterer Gebäude in Höhe von 140 bzw. 160 Metern in Planung. Zudem soll mit Kultur- und öffentlichen Einrichtungen ein neues Publikum in die Donaucity gebracht werden. Ebenfalls muss man aufgrund der Präsenz internationaler Konzerne mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen rechnen. (Karin Krichmayr, DER STANDARD Printausgabe 14.7.2005)

Mehr über die Donaucity im ALBUM am 16. 8.
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    Das 200-Meter Hochhauses sol nach Plänen des franzoesischen Architekten Dominique Perrault ab 2007 in der Wiener Donaucity gebaut werden

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