Bregenz: Rote Straßensperre gegen Vignettenflucht

15. Juli 2005, 20:57
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Für Bürgermeister der Region ist Sperre "unglückliche Aktion": "Ausgerechnet zur Festspielzeit..."

Bregenz – "Wir machen dicht", kündigt SP-Stadtvertreter Günther Wild an. Durch einstündige Straßenblockaden am 16. und 23. Juli will er auf die "Bregenzer Verkehrsmisere", ausgelöst durch Vignettenflucht, aufmerksam machen. Für Bürgermeister Markus Linhart (VP) ist die Sperre eine "unglückliche Aktion": "Ausgerechnet zur Festspielzeit, wo ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass jede Störung zu vermeiden ist." Eine Einzelaktion bringe "gar nichts", Gemeinsamkeit sei angesagt.

Verkehrsstrategien

Linhart trommelte die Bürgermeister der Region zusammen, um den Medien mitzuteilen, dass man wie die SP gegen die Vignette, aber auch gegen die Blockade sei. Protestmaßnahmen hätten nur gemeinsam und zu einem anderen Zeitpunkt Sinn. Die Vignette sei, so Linhart, "weder ein geeignetes Steuerungs- noch ein geeignetes Zahlungsinstrument". Die Vignette habe einen "falschen Lenkungseffekt", präzisiert der grüne Vize-Bürgermeister Gernot Kiermayr: "Sie lenkt den Verkehr vom hochrangigen auf das niedrigrangige Verkehrsnetz." Während die schwarzen Bürgermeister eine Korridorvignette möchten, plädieren die Grünen für langfristige Verkehrsstrategien. Kiermayr: "Wir müssen den hausgemachten Verkehr reduzieren und den öffentlichen Verkehr verbessern."

Unterstützung kommt auch aus Deutschland: Stephan Bock, Bürgermeister von Bodolz, will gemeinsame Aktionen von Politikern auf allen Ebenen: "Wenn es sein muss, fahren wir nach Brüssel, Berlin oder Wien." Bock will, und damit ist er mit den schwarzen Bürgermeistern einig, eine zweite Röhre durch den Pfändertunnel, den Ausbau von Umfahrungsstraßen und der Schiene. (jub, DER STANDARD Printausgabe 14.7.2005)

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