Leichtathletik: IAAF bringt schon 2006 eine neue moderne Meeting-Serie

16. Juli 2005, 21:25
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Gugl-Meeting weiß von nichts, fürchtet sich aber nicht - "Wer zahlt, schafft an" - Russen vor WM gut in Schuss

Hamburg - Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) will seine in die Jahre gekommene Grand-Prix-Struktur reformieren und bereits 2006 mit einer modernisierten World Athletics Tour durchstarten. Zur neuen Super-Serie sollen rund 20 Meetings auf allen Kontinenten gehören. Klasse statt Masse, denn in diesem Jahr sind es 34. Was das für das Linzer Gugl-Meeting bedeutet, ist unklar.

"Wir wollen alte Zöpfe abschneiden und zeigen, dass wir zur Modernisierung fähig sind", sagte IAAF-Vizepräsident Helmut Digel am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er sei sich "sehr sicher", dass das Projekt am 15. August vom IAAF-Council in Helsinki abgesegnet wird. "Wir wollen das jetzt anpacken und zeigen, dass die Leichtathletik gegenüber anderen Sportarten konkurrenzfähig ist", erklärte Digel.

Die neue Welt-Tour soll hochkarätige Meetings in drei Leistungsklassen auf allen Kontinenten umfassen. Die 1998 ins Leben gerufene Golden League wird im WM-Jahr 2005 aber ihre letzte Saison erleben. Unter der Eliteserie gibt es derzeit Meetings der Kategorien Super Grand Prix, Grand Prix und Grand Prix II. "Die Zahl der Meetings soll radikal reduziert werden", kündigte IAAF-Chefvermarkter Digel an.

Das Linzer Gugl-Meeting hat einen Grand-Prix-Status. Meeting-Direktor Percy Hirsch hat noch keine Informationen zur geplanten Reform: "Bis heute ist von Seiten Euromeeting und IAAF noch niemand an uns herangetreten. Deshalb kann ich noch nicht viel dazu sagen", so Hirsch gegenüber der APA. Er steckt indes mitten in den Vorbereitungen für die heurige Veranstaltung am 23. August.

Sorgen macht er sich um das Traditionsmeeting im Linzer Stadion aber nicht. "Die IAAF hat von uns verlangt, dass wir ein GP-II-Zertifikat bringen, dann kann das Meeting 2005 stattfinden und dann gibt es auch 2006 einen Grand-Prix-Status. Wir haben diesbezüglich alles in die Wege geleitet. Die Laufbahn wird erneuert, mit der Stadt Linz ist das bereits geklärt."

Um das Zertifikat zu bekommen, muss der Belag bestimmte Kriterien erfüllen und ein Sachverständiger muss die Vermessung vorgenommen haben. Zwischen Gugl-Meeting-Direktor und der IAAF gibt es Laut Hirsch diesbezüglich eine schriftliche Vereinbarung: "Sie können nicht einerseits ein Zertifikat verlangen und uns dann andererseits rausnehmen", so Hirsch. "Und außerdem, wer zahlt, schafft an. Wir treiben ja das Geld für das Meeting auf und wir organisieren es."

Diskutiert wird in der IAAF auch eine Auf- und Abstiegsregelung zwischen den Meetings der einzelnen Kategorien. "Wer die Qualität nachweist, kann an die Tür klopfen und aufsteigen", sagte Digel. Als künftige Veranstaltungsorte nannte er unter anderen Sydney oder Melbourne, Osaka oder Yokohama, Dakar sowie jeweils ein Top-Meeting in den USA und Südamerika. Dazu kommen die besten Europa-Meetings, darunter die bisherigen Golden-League-Klassiker Paris, Rom, Oslo, Zürich, Brüssel und Berlin.

Zwei Jahres-Weltbestleistungen in Tula

Dreieinhalb Wochen vor den Weltmeisterschaften in Helsinki (6. bis 14. August) präsentieren sich die russischen AthletInnen weiter in guter Form. Am vierten Tag der nationalen Meisterschaften gelangen der Hammerwerferin Tatjana Lysenko (75,95 m) und der 1.500-m-Läuferin Julia Tschischenko (3:58,66) Jahres-Weltbestleistungen. (APA/dpa)

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