Rohani rechnet mit Ablösung

20. Juli 2005, 14:07
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Atomchefverhandler deutet "neuen Standpunkt" im Atomstreit mit der EU an - Wahl liege beim neuen Präsidenten

Teheran - Der iranische Chefunterhändler bei den Atomgesprächen mit der Europäischen Union könnte eigenen Angaben zufolge vom zukünftigen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad abgelöst werden. Der seit 2003 mit der Verhandlungsführung betraute Hassan Rohani warnte vor einer Aufhebung bisheriger Abmachungen durch neue Unterhändler.

"Neuer Standpunkt" wahrscheinlich

"Der neue Präsident hat natürlich das Recht, zu nominieren, wen er will", sagte der als pragmatische geltende Rohani der liberalen Tageszeitung "Shark" (Mittwochausgabe). Die neue Verhandlungsdelegation könne die bisherige Entscheidung, die Anreicherung von Uran vorübergehend zu stoppen, widerrufen. Eine Wiederaufnahme des Atomprogramms bedeute nicht, dass der Iran dann gegen Verhandlungen mit der EU sei, aber dass er einen anderen Standpunkt als bisher vertreten könne.

Ahmadinejad kündigt härtere Gangart gegen EU an

Ahmadinejad hatte am Vortag neue Maßnahmen in den Verhandlungen angekündigt und eine härtere Position als bisher signalisiert. Der am 24. Juni mit großer Mehrheit gewählte Konservative hatte die Unterhändler seines Landes bereits im Wahlkampf als zu ängstlich bezeichnet. Er übernimmt Anfang August die Nachfolge von Mohammed Khatami. Die USA und die EU befürchten, dass die Regierung in Teheran nach Atomwaffen strebt. Der Iran hat dagegen stets erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. (APA/Reuters)

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    Hassan Rohani

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