Antike Badeanlagen von Staudammprojekt gefährdet

14. Juli 2005, 21:29
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Ausgrabungsstätte in Allianoi soll geflutet werden

Istanbul - In den von einem Staudammprojekt bedrohten antiken Badeanlagen von Allianoi nahe der westtürkischen Stadt Bergama sind türkische Archäologen auf bislang verborgene Bodenmosaike gestoßen.

Für die Archäologen ist es wichtig, sie als Ganzes freizulegen. Das Staubecken, in dem sich die Ausgrabungsstätte befindet, soll jedoch von November an geflutet werden.

"Ich hoffe, dass diese Prunkstücke nicht unter Wasser gesetzt werden", sagte der Archäologe. "Wenn das Staudammprojekt in der vorgesehenen Form vollendet wird, wird Allianoi 17 Meter tief im Wasser versinken."

Bei Grabungen sind antike Kunstschätze zu Tage getreten, für die es sich lohnen würde, ein neues Museum zu schaffen, erklärte der Archäologe Yaras. Zu den beeindruckenden Funden von Allianoi gehört unter anderem eine eineinhalb Meter hohe Statue der griechischen Liebesgöttin Aphrodite.

Die Thermen der 1800 Jahre alten Stadt bedecken eine Fläche von nahezu 10 000 Quadratmetern. Forscher gehen davon aus, dass Allianoi einer von weltweit fünf Orten mit einem Asklepieion ist. Das sind antike Heilbäder, die nach dem griechischen Gott der Heilkunst, Asklepios, benannt wurden. Umweltschützer und Archäologen setzen sich seit Jahren für den Erhalt des Ausgrabungsortes und Änderungen am Staudammprojekt ein. (APA)

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