Ringen um Aval Bank - Raiffeisen im "Elferschießen"

31. Juli 2005, 18:01
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Raiffeisen-Chef Herbert Stepic ist guten Mutes, bei der ukrainischen Aval Bank in den nächsten Wochen zum Zug zu kommen

Wien - Trotz einiger "Querschüsse" ist Raiffeisen guten Mutes, bei der ukrainischen Aval Bank in den nächsten Wochen zum Zug zu kommen. Raiffeisen-International-Chef Herbert Stepic, der für den Kauf einen saftigen Teil des heurigen Börseerlöses ausgeben würde, hat zwar kein Exklusiv-Verhandlungsmandat mehr. Aber die Verhandlungen seien "fortgeschritten", sagte er am Mittwoch, bevor er sich zu einem Treffen mit dem auf Staatsbesuch in Österreich befindlichen ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko aufmachte.

Zum Verhandlungsstand sagte Stepic nur, "wir sind gerade beim Elferschießen". Und wie bei jedem guten Geschäft gehöre auch hier eine Portion Glück dazu. Falls aus dem Deal nichts würde, tritt "Plan B" in Kraft, die ohnedies eingeleitete Filialexpansion von innen. Heuer sollen in der bestehenden Ukraine-Tochter der RI insgesamt 35 Filialen dazu kommen.

Positive Einstellung

Dass Präsident Juschtschenko dem Kaufkandidaten gegenüber "positiv eingestellt" ist, freut Stepic insofern, als er nie und nirgends eine Bank kaufen oder gründen würde gegen den Widerstand politischer Entscheidungsträger. Die Aval Bank gehört einem knappen Dutzend privater ukrainischer Investoren, ist also keine Privatisierung.

Bei der Privatisierung der rumänischen Großbank BCR hat sich Raiffeisen nicht angestellt. Aus Österreich hat die Erste Bank eine Interessensbekundung abgegeben. Die Bank Austria hat abgewunken, ist selber in Rumänien mit der Tiriac-Fusion beschäftigt. Stepic nimmt an, dass man in Rumänien die Deutsche Bank als BCR-Käufer favorisiert und dass beide Seiten wohl viel tun würden, dies zu verwirklichen.

Eine Privatisierung auch der rumänischen Sparkasse CEC erwartet Stepic in allernächster Zeit nicht.

Der Verkauf der indonesischen Lippo-Bank-Beteiligung - hier hält die Raiffeisen Zentralbank (RZB) ein Achtel - soll wie bisher geplant im Sommer über die Bühne gehen. (APA)

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