Neuer Standard vereinfacht elektronische Rechnungslegung

20. Juli 2005, 10:25
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Unternehmen sollen durch einheitliches Format Kosten reduzieren können

ebInterface nennt sich das neue kostenlose Rechnungsformat, das von AustriaPro (Verein zur Förderung des elektronischen Datenaustausches in Kooperation mit der Wirtschaftskammer) entwickelt wurde. Heute, Mittwoch, ist das Projekt im Rahmen eines Infotages vorgestellt worden. Das auf XML basierte Format soll vor allem KMU die elektronische Rechnungslegung vereinfachen. "Ziel des Projektes war es, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, damit möglichst alle Unternehmen damit arbeiten können. Weiters war wichtig, dass die Implementierung mit wenig Aufwand verbunden ist", erläuterte Wolfgang Gschwandtner von EBPP (Elektronic Bill Presentment and Payment GmbH).

Tocher der Bank Austria Creditanstalt

EBPP ist ein Tochterunternehmen von Bank Austria Creditanstalt, Erste Bank und der Raiffeisen Bankengruppe. Als Dienstleistungsanbieter von innovativem Rechnungs- und Bezahlungsmanagement war EBPP auch maßgeblich an der Entwicklung von ebInterface beteiligt. "Wir möchten mit diesem neuen Standard möglichst viele österreichische Unternehmen erreichen. Kleinen Unternehmen kosten Rechnungen im Durchschnitt bis zu zwei Euro. Bei optimaler Nutzung der Dienstleistung ist eine Halbierung der Rechnungskosten zu erreichen", strich Gschwandtner die Vorteile des Systems hervor.

"Der Versender erspart sich Druck- und Portokosten sowie Zeit", meinte auch AustriaPro-Vorstandsvorsitzender Franz Schuller. Der Vorteil beim Empfänger liege im Wegfall der manuellen Dateneingabe und der Nachbearbeitung in der Buchhaltung. Bezahlt werden Rechnungen mit dem neuen Format nur mehr per Mausklick. Anwendung soll ebInterface hauptsächlich in "Business to Business"-Kontakten finden, da hier die Authentizität der Rechnungen wichtig ist. "Eine E-Rechnung muss sowohl vom Versender und Empfänger aber auch - für die Vorsteuer essenziell - vom Finanzamt anerkannt werden", erklärte Christoph Raber vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Entwickler

An der Entwicklung von ebInterface waren neben EBPP und der Uni Wien auch Hersteller von Finanzbuchhaltungs- und Ressourcenplanungs-Software wie BMD, IGEL, Mesonic und Microsoft Österreich beteiligt. Weitere Firmen wollen sich in der Implementierungsphase in das Projekt einklinken. "Es ist ein toller Erfolg für uns, dass mittlerweile schon zehn Anbieter von ERP-Software dieses Format in ihre Produkte integrieren", äußerte sich Schuller zufrieden. ebInterface wird von AustriaPro kostenfrei zur Verfügung gestellt und kann in die unternehmensinterne Finanzbuchhaltung integriert werden. (pte)

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