Meduni Innsbruck: Neuer Rektor für bundeseinheitliche Lösung für Unizugang

18. Juli 2005, 20:13
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Clemens Sorg kann sich Abkommen mit Deutschland vorstellen

Innsbruck - Clemens Sorg ist am Mittwoch vom Universitätsrat einstimmig zum neuen Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck gewählt worden. Der 53-jährige, aus Deutschland stammende Chemiker war bisher Direktor des Instituts für Experimentelle Dermatologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem der amtierende Rektor, Hans Grunicke, auf Grund eines Vertrauensverlustes gegenüber Senat und Universitätsrat im März seinen Rücktritt erklärt hatte. Sorg konnte sich in der Endauswahl gegen Andreas Altmann, Geschäftsführer des Management Center Innsbruck (MCI) und Reinhard Putz, Anatom und Vizerektor an der Ludwig-Maximilian-Universität in München durchsetzen. Der neue Rektor wird sein Amt im September antreten.

Vordringliches Ziel: "Bewährung in europäischem Forschungsraum"

Als vordringliches Ziel für die Medizinische Universität Innsbruck nannte Sorg die "Bewährung in einem europäischen Forschungsraum". "Essenziell" für die Medizin-Uni werde dabei auch die Einbeziehung der "Stammuniversität" Innsbruck - insbesondere in den Naturwissenschaften - sein, sagte der neue Rektor bei der Pressekonferenz nach der Wahl. Einen "gewaltigen Wettbewerbsvorteil" für den medizinischen Standort Innsbruck sah Sorg auch durch die in Hall angesiedelte Privat-Uni UMIT.

Bis zur "Amtsübernahme" werde das gesamte derzeitige Rektorenteam weiter im Einsatz stehen, hieß es. Der neue Rektor müsse nun mögliche Mitglieder seines neuen Teams vorschlagen, über die Ende August abgestimmt werden soll. Sorg verriet dazu, dass TILAK-Vorstandsdirektor Roland Staudinger "in eine sehr enge Wahl gezogen werde".

"Landeskinder sollten bevorzugten Zugang haben"

Bezüglich der Diskussion rund um die Zugangsbeschränkungen für das Medizinstudium erklärte Sorg: "Ich meine, dass die Landeskinder einen bevorzugten Zugang haben sollen"- im Sinne davon, dass man "die besten österreichischen Studenten nach Innsbruck zieht, aber auch nicht die Internationalität außer Acht gibt". Sorg sprach sich für bundeseinheitliche Regelungen für den Zugang zum Medizinstudium aus. Vorstellbar sei etwa auch ein Abkommen mit Deutschland auf Bundesebene. Es sei auch notwendig, sich miteinander über das Abgleichen der Hochschulreife in den europäischen Ländern zu unterhalten.

Seit Montag gibt es laut Homepage der Innsbrucker Medizin-Uni rund 900 Bewerbungen um einen Studienplatz im Fach Humanmedizin. 344 davon kommen aus Österreich, 470 aus Deutschland und der Rest aus Südtirol und anderen Ländern. Auch skandinavische Studenten hätten sich beworben, sagte Sorg.

Sorg wurde in Bergatreute (Kreis Regensburg) geboren und studierte Chemie in Freiburg. Von 1999 bis 2002 war er Dekan der Medizinischen Fakultät in Münster. Seit 2001 ist er "Chairman of the European Medical Research Councils" (EMRC) in der European Science Foundation in Straßburg. (APA)

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    Clemens Sorg folgt dem zurückgetretenen Rektor Hans Grunicke nach.

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