100.000 Autos auf Nordautobahn

13. Juli 2005, 16:23
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Grüne zitieren aus Investoren-"Geheimstudie", Asfinag widerspricht

Wien/St. Pölten - Die Expertise sei bisher "geheim gehalten" worden - und das mit gutem Grund, meint der niederösterreichische Grünen-Landtagsangeordnete Martin Fasan: "Wird die Nordautobahn gebaut, so wird es in Wien bei Stammersdorf bis 2030 zu einer Verdoppelung des Autoverkehrs kommen", liest er aus der Studie "Verkehrsmodellberechnungen für die Ermittlung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen für die Ostregion" der Autobahnerrichtungsgesellschaft Asfinag vor.

Insgesamt würden auf der Nordautobahn zwischen Wien und der tschechischen Grenze dann täglich bis zu 100.000 Fahrzeuge unterwegs sein, ergänzt der Wiener Grünen-Gemeinderat Rüdiger Maresch: Eine "völlig andere Prognose" als von der Asfinag bisher verkündet - "für Stammersdorf wurden auf Basis einer Studie für die Umweltverträglichkeitsprüfung UVP nur moderate Frequenzerhöhungen vorausgesagt".

"Kein Wunder: Die UVP-Studie soll ja auch ökologische Einwände beseitigen, während es bei der Verkehrsmodellstudie um Investorensuche für die Public-Private-Partnership-Finanzierung der Nordautobahn geht", ätzt Fasan nun. Doch bei der Asfinag weist man vielmehr auf "völlig unterschiedliche Rechenmodelle" hin.

"Bei der UVP-Studie sind wir davon ausgegangen, dass es den Ring um Wien erst ab 2014 gibt, bei der Verkehrsmodellstudie, dass der Ring schon 2007 fertig wird", verkündet Afinag-Sprecherin Anita Oberholzer. Auf alle Fälle jedoch werde "der Verkehr zwischen Wien und der tschechischen Grenze derart zunehmen, dass es eine Autobahn braucht".

Eine Meinung, die Fasan und Maresch dezidiert nicht teilen. Sie verlangen vielmehr eine "verbindliche verkehrsträgerübergreifende Strategische Umweltprüfung (Sup) in der gesamten Nordostregion". Die Nordautobahn dürfe keinesfalls "auf der Basis einer mit völlig falschen Zahlen durchgeführten UVP gebaut werden". (bri, DER STANDARD Printausgabe 13.7.2005)

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