"Extrem hohe" Borkenkäfer-Gefahr

20. Juli 2005, 12:26
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Borkenkäfer-Monitoring lieferte teilweise alarmierende Ergebnisse - Käferflug begann überraschend früh

Wien - Als "extrem hoch" schätzen Experten Borkenkäfer-Gefahr ein. Das vom Bundesamt und Forschungszentrum für Wald (BFW) gemeinsam mit Landesforstdiensten und Landwirtschaftskammern aufgebaute Borkenkäfer-Monitoring lieferte bis jetzt teilweise alarmierende Ergebnisse. Das Schadensausmaß von 2004 könnte sich wiederholen.

Die Probleme mit dem Borkenkäfer halten die Experten bereits seit Jahren auf Trab. Das neuerliche Aufflammen der gefürchteten Forst-Schädlinge begann mit den heftigen Windwürfen im Jahr 2002. Das anfallende Totholz und der heiße Sommer 2003 waren ein idealer Nährboden für Massenvermehrungen der Insekten. Der Anfall an Schadholz schnellte von deutlich unter einer Million Festmeter im Jahr 2003 auf 2,1 Millionen und 2004 sogar auf 2,4 Millionen Festmeter.

Kühler Frühling brachte keine Verzögerung

Der Borkenkäferflug hat laut jüngsten Auswertungen des Monitorings seitens des BFW überraschend früh begonnen. Angesichts der kühlen Witterung im März hätten die Experten damit gerechnet, dass die Flugaktivität der überwinterten Käfer sich um einige Wochen hinauszögern würde. Der erste Höhepunkt des Käferfluges wurde aber bereits Ende April in den Tieflagen und Seehöhen bis 1.000 Meter registriert. In den Käfer-Fallen über 1.200 Meter Seehöhe wurde der erste Flughöhepunkt gegen Ende Mai beobachtet.

Zahlreiche Fallenbetreuer seien angesichts der teilweise ungemein hohen Fangzahlen "sehr überrascht", so die BFW-Wissenschafter. Vieles deutet darauf hin, dass in weiten Teilen Österreichs die Borkenkäfermenge nach wie vor "bedrohliche Ausmaße" annimmt. Der zweite Flughöhepunkt wurde dann Ende Juni bis Anfang Juli registriert. Beim Kupferstecher, der erfahrungsgemäß erst später in den Pheromonfallen gefangen wird, fällt auf, dass er auch in den Hochlagen in Salzburg und der Steiermark große Mengen in den Lockstofffallen gefangen ist. Mit Problemen ist österreichweit zu rechnen.

Rechtzeitige Maßnahmen helfen

Das Borkenkäfer-Monitoring auf der BFW-Homepage soll für die Waldbesitzer und für die Beratungsorgane der Forstbehörde und Kammer eine Hilfe für die termingerechte Planung und Empfehlung von Bekämpfungsmaßnahmen sein. Werden diese Maßnahmen auch tatsächlich durchgeführt - etwa frisch befallene Bäume vor dem Ausfliegen der Borkenkäfer rechtzeitig fällen und aus dem Wald transportieren-, so können die Borkenkäferschäden gering gehalten werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Borkenkäferlarven zerstören unter der Rinde eines Baumes das Stammholz

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