Die Pläne der Universitäten im Überblick

12. Oktober 2005, 12:28
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Aufnahmeprüfungen, Eingangssemester oder "First Come, first serve"-Verfahren - Mit Infografik

Wien - Die vom Nationalrat beschlossene Ermöglichung von Zugangsbeschränkungen in den Studienrichtungen Medizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Biologie, Psychologie, Pharmazie, Betriebswirtschaftslehre (BWL) sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaften hat an den einzelnen Universitäten zu unterschiedlichen Vorgangsweisen geführt. Falls die Studienanfängerzahlen der vergangenen Jahre erreicht werden, sind Aufnahmsprüfungen, Eingangssemester oder "First Come, first serve"(Wer zuerst kommt, mahlt zuerst)-Verfahren bzw. eine Mischung daraus möglich.

Die Medizin-Universität Wien wendet das "First come, first served"-Prinzip an: Bereits im ersten Studienabschnitt wurde die Zahl der Studienplätze für Praktika und Übungen auf 1.560 beschränkt und nach der Reihenfolge der Inskription vergeben. An der Medizin-Universität Innsbruck erfolgt die Platzvergabe ebenfalls bereits vor dem Studienbeginn: Sie erfolgt durch eine Mischung aus "First come, first serve" (Datum und Uhrzeit des Poststempels der Bewerbung) sowie Auswahlkriterien wie Schulnoten, Engagement im medizinischen, sozialen oder naturwissenschaftlichen Bereich sowie Motivation für das Medizinstudium. Vergeben werden rund 550 Plätze.

Anders an der Medizin-Uni Graz: Dort soll die Auswahl erst nach einem Semester erfolgen - mittels Eignungstest, Kenntnistest und Prüfungsleistungen im ersten Halbjahr. Berücksichtigt werden sollen dabei auch die Maturanoten.

An der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) erfolgt die Auswahl dagegen wieder vor der Inskription. Interessenten müssen sich mit Lebenslauf und Motivationsschreiben um einen Studienplatz bewerben, die Reihenfolge des Eingehens der Unterlagen ist aber unerheblich. Nach welchen Kriterien die Selektion genau erfolgt, ist noch offen.

Die Universität Salzburg plant Aufnahmeprüfungen für Studienanfänger in den Fächern Psychologie und Kommunikationwissenschaften. Das Bestehen dieser Tests soll Voraussetzung für die eigentliche Inskription sein.

Ein ähnliches System soll an der Uni Graz zur Anwendung kommen. Am wahrscheinlichsten ist derzeit eine Aufnahmsprüfung in BWL bereits Anfang Oktober sowie ein Test in der Pharmazie nach einem dreiwöchigen Einführungsblock. Für Biologie und Psychologie sind noch beide Varianten möglich.

An der Universität Wien werden dagegen zunächst alle Studienwerber zugelassen. Etwaige Auswahlverfahren in den Fächern Psychologie, Pharmazie, BWL, Biologie und Publizistik sollen nicht vor der Inskription, sondern im Rahmen einer bis zu zwei Semester dauernden Studieneingangsphase erfolgen. Wahrscheinlich ist auch eine unterschiedliche Behandlung der betroffenen Fächer: In der Psychologie verkraftet man keine zusätzlichen Studenten, in der Biologie gibt es dagegen noch Kapazitäten.

An der Universität Innsbruck soll es ebenfalls keine Zugangsbeschränkungen vor Studienbeginn geben, jedoch Studieneingangsphasen in den Fächern Biologie, Pharmazie und Psychologie. Erst danach wird im Fall eines Studentenansturms selektiert.

Die gleiche Vorgehensweise gibt es an der Wirtschaftsuniversität (WU). Auch hier erfolgt die Selektion nach einer Studieneingangsphase. Ähnlich das System an der Universität Klagenfurt: Dort soll es "Qualifizierungssemester" in bestimmten Fächern geben - in Betracht kommen vor allem Psychologie und Medienkommunikation.

An allen Universitäten sind außerdem vorerst nur Beschränkungen für Studienanfänger geplant. Durch das neue Gesetz ebenfalls mögliche Zulassungshürden beim Umstieg vom Bakkalaureat- auf das Magisterstudium oder vom Diplom- bzw. Magister- auf das Doktoratstudium stehen derzeit nicht im Raum.

An allen anderen Universitäten sind vorerst keine neuen Zulassungsverfahren geplant - bereits seit Jahren existieren solche beim Sportwissenschafts-Studium (körperlich-motorische Eignungsprüfung) sowie an den Kunstuniversitäten in den künstlerischen Studien. (APA)

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