O wackrer Apotheker . . .

16. März 2006, 12:23
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. . . dein Trank wirkt schnell: Die Wundermittel der "Drogenhändler"

Wien - Ermattet schleppten wir uns in sieben Apotheken, um Heilung zu finden. Die Antwort der Pharmazeuten war durchwegs dieselbe: "Nehmen S' a Aspirin." Das scheint das Wundermittel für alle Beschwerden, angefangen von Husten bis zur Prävention von Herzinfarkten und Krebs, zu sein. Als zweite Lösung offerierte man "Lemocin" gegen Halsschmerzen. Erst nach einigem Nachhaken klärte man über Nebenwirkungen auf.

Homöopathische Mittel wurden nirgends empfohlen, obwohl man sie laut Gudrun Reisinger, Pressesprecherin der Österreichischen Apothekerkammer, "in jeder Apotheke auf Anfrage bekommen sollte. Ob Schulmedizin oder Homöopathie besser ist, darüber scheiden sich die Geister." Eine Kräuterdrogerie verwies zuversichtlich auf Tees und Gurgelwasser zur Genesung. Für schnelles, aber kurzfristiges Wohlbefinden setzt man auch hier auf Aspirin. Laut gesundheitsecke.com sterben daran pro Tag 46 Personen in den USA.

Besorgt zeigt sich Reisinger über den Boom der Internetapotheken, "es werden viele gefälschte Medikamente vertrieben", sagt sie zum SCHÜLERSTANDARD. "Diese stellen eine ernst zu nehmende gesundheitliche Gefahr dar." Doch kann sie trotz steigender Popularität der oft unsicheren Onlineshops entwarnen: Der kranke Österreicher kaufe die Arzneien nach wie vor meist direkt beim Apotheker.

Und seien wir ehrlich: Auf ein Gespräch und persönliche Beratung beim Apotheker will gerade im Krankheitsfall niemand verzichten. (DER STANDARD-Printausgabe, 12.7.2005)

Von Stephanie Haselsteiner, Sandra Kainz, Silke Krottendorfer, Anna Stöberl
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