HP Österreich erwartet 2005 Umsatzplus von zwei Prozent

20. Juli 2005, 10:25
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Mitarbeiterzahl leicht gesunken - Regierung müsse mehr in Technologie, und hier insbesondere in E-Health, investieren

Die Österreich-Niederlassung des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP) erwartet heuer, wie schon im Jahr zuvor, ein Umsatzplus von zwei Prozent. Der IT- und Telekommarkt sei weiterhin von einem verhaltenen, langsamen Anstieg geprägt. Die Bereich PCs und Industrieserver hätten sich sehr gut entwickelt, während die Telekomindustrie nur schwach wachse - nicht zuletzt wegen der Unsicherheiten rund um den geplanten Verkauf des viertgrößten Mobilfunkbetreibers tele.ring, erklärte HP-Österreich-Chef Wolfgang Gruber am Dienstagabend vor Journalisten.

Mobile Lösungen

Der Bereich mobile Lösungen wachse um das zweieinhalbfache des Marktes, wobei am Gesamtmarkt der Trend hin zu Notebooks und weg vom Stand-PC ersichtlich sei. Derzeit seien die tragbaren Computer gerade dabei, die Verkaufszahlen von Standgeräten zu übersteigen - sowohl im Privat- wie auch im Firmenkundenbereich. Die großen Themen bei mobilen Lösungen seien Sicherheit, Akkulaufzeit und Datensicherung, so Hewlett-Packard. Im Bereich PDAs (Kleinstcomputer) erwartet sich HP künftig Universalgeräte, die neben Telefonie- und Organizer-Funktionen auch das Audioformat MP3 abspielen können.

Reduktion

Die Mitarbeiterzahl von HP Österreich beträgt derzeit 810, vor einem Jahr waren es 820. Zu Jahresbeginn hatte HP Deutschland den Abbau von 300 Stellen bekannt gegeben. Ziel sei es, die Zahl der Standorte zu reduzieren, hieß es damals.

Die Auswirkungen der mit 13. August in Kraft tretenden neuen Elektroschrottverordnung würden derzeit noch berechnet. Preiserhöhungen wollte HP jedenfalls nicht ausschließen.

Zufrieden

Zufrieden zeigte sich Gruber über die jüngsten IT-Aktivitäten der Regierung. Seit April des heurigen Jahres seien alle Parteien "auf den Zug aufgesprungen". Vor einem Jahr hatte Gruber einen "IT-Masterplan" präsentiert und damals noch heftige Kritik an der österreichischen Technologiepolitik geübt.

Er vermisst aber noch immer einen IT-Verantwortlichen in der Regierung, die bessere Positionierung von neuen Technologien, eine flächendeckende Breitband-Internetversorgung, mehr Initiativen für E-Government ("elektronischer Amtsweg"), eine verbesserte Ausbildung und Starthilfen für Jungunternehmer.

E-Health

Ein großer Wachstumsmarkt sei E-Health, sprich ein patientenorientiertes IT-System für den Gesundheitsbereich. Ein negatives Beispiel für E-Health sei jedoch die Umsetzung der E-Card, so Gruber. Sinnvoll sei es, einen Mehrwert über Internetdatenbanken oder Call Center anzubieten, wie etwa den Hinweis auf fällige Auffrischungsimpfungen. Insgesamt sieht Gruber einen Investitionsbedarf von mindesten 100 Mio. Euro für die Stärkung des IT-Standortes Österreich. Derzeit gebe es aber von Regierungsseite kein Anzeichen, dass diese Summer erreicht werden könnte.(APA)

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