Wasserstände sinken weiter

13. Juli 2005, 19:13
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Drei Megapumpen in Mittersill aktiviert - Krankenhaus bleibt vier Wochen gesperrt - Situation in Niederösterreich entspannt sich

Wien - Seit Ende der Flut und dem Abfließen des Wassers haben im Bundesland Salzburg - vor allem im Oberpinzgau und hier Mittersill - voll die Aufräumungsarbeiten eingesetzt. "Ganz Mittersill ist jetzt im Einsatz", sagte der Bürgermeister der Oberpinzgauer Marktgemeinde, Wolfgang Viertler: Überall werde aufgeräumt und versucht, die Häuser und Keller trockenzulegen.Wie hoch der Sachschaden durch das Hochwasser ist, konnte noch nicht festgestellt werden - allein in Mittersill dürfte er jedoch größer sein als bei der Überflutung 2002 in Golling und Kuchl zusammen.

Krankenhaus bleibt vier Wochen gesperrt

Besonders wichtig sei es, dass das Krankenhaus so schnell wie möglich wieder aufgesperrt werde. "Wenigstens so, dass ambulant behandelt werden kann", sagte eine Pensionistin. Das Personal und die Ärzteschaft wären jedenfalls motiviert. Die Wiedereröffnung des Krankenhauses habe "allerhöchste Priorität", betonte auch Viertler im APA-Gespräch. "Am liebsten wäre mir, wir könnten nächste Woche wieder aufsperren." Derzeit werde geputzt und eine technische Bestandsaufnahme gemacht. "Die Elektrik und Elektronik des Hauses ist uns im Keller ersoffen", sagte der Ortschef. Innerhalb von vier Wochen soll das Spital wieder in Betrieb gehen, nannte der Bürgermeister als Ziel.

Auch die Hochwasser-Situation in Niederösterreich hat sich entspannt. Der Wasserstand der Donau hat sich seit den Abendstunden stabilisiert, die Sicherheitsmaßnahmen bleiben aber bis zu einem relevanten Rückgang der Pegel aufrecht, berichtete NÖ Feuerwehrsprecher Jörg Würzelberger.

Hainburg: Anstieg in der Nacht

Im Raum Hainburg wurde in den Nachtstunden ein Anstieg von 18 Zentimetern registriert. In Wildungsmauer ist die Donau ausgeufert, in Bad Deutsch Altenburg weist der Mühlbach einen Rückstau auf, das Kurhaus wurde gesichert. In Hainburg wurde eine Dammwache eingerichtet, ein Teil der Siedlungsgebiete ist überflutet, bei der Jägerhaus-Siedlung rettete die Feuerwehr zwei Pferde und eine Schafherde.

Katastrophendienst in Mittersill

Nach Anforderung durch Landesregierung und Landesfeuerwehrverband Salzburg wurde am Dienstagnachmittag eine Einheit des Katastrophenhilfsdienstes aus Niederösterreich zusammengestellt, die in den Nachtstunden in Mittersill (Pinzgau) eintraf. Der Zug ist auf Pumparbeiten mit großer Leistung spezialisiert und führt u.a. drei Stromerzeuger mit Leistungen zwischen 125 und 200 Kilovoltampere sowie zehn Tauchpumpen mit Leistungen von 3.000 bis 5.000 Liter mit.

Öl muss abgesaugt werden

Priorität haben in Mittersill die Ölmaßnahmen, damit die Umwelt so wenig wie möglich in Leidenschaft gezogen wird. Das ausgeflossene Öl wird abgesaugt sowie gebunden. Mehrere Firmen sanieren bereits die leck gewordenen Öltanks in den Häusern.

Entschärfung der Situation in Oberösterreich

Auch in Oberösterreich rechnete der Hydrographische Dienst am Mittwoch mit einer Entschärfung der Situation. Die Wasserstände der Flüsse Inn und Donau waren während den Nachtstunden weiter gefallen, Enns und Traun zeigten ebenfalls fallende Tendenz.

Von Überschwemmungen besonders betroffen waren die Bezirke Steyr-Land, Kirchdorf, Gmunden sowie die Städte Steyr und Schärding. Rund 300 Objekte in Oberösterreich waren vom Hochwasser betroffen. Eine Höhe des entstandenen Schadens konnte vorerst nicht beziffert werden.(APA)

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    Hochwassersituation in Mittersill

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