Rasinger warnt vor Zusammenbruch der Gesundheitversorgung

14. Juli 2005, 14:34
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Rasinger: "Goliath überläuft David" - Wiener Medizin-Rektor Schütz gegen Selektion nach Maturanoten

Wien - ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger fürchtet, dass der Ansturm vor allem deutscher Medizinstudenten an Österreichs Universitäten in acht Jahren zu einer "Katastrophe" bei der Gesundheitsversorgung führen werde. "Goliath überläuft David. Es gibt zehn Mal mehr deutsche Studienwerber als Österreicher. Wir bilden sehr viele Deutsche aus, die dann zurückgehen. Wir brauchen 900 Ärzte im Jahr, die wir nachher nicht haben werden. Das österreichische Gesundheitswesen wird dann in acht Jahren in Richtung Zusammenbruch gehen", so Rasinger in der Fernsehsendung "Report" des ORF.

Wiener Medizin-Rektor gegen Bonus-System nach Matura-Noten

So dramatisch sieht es der Rektor der Medizinuni Wien, Wolfgang Schütz, nicht. "Die Ärztekammer hat vor kurzem noch das Gegenteil behauptet". Jetzt werde die Argumentation umgedreht, "nicht ganz unberechtigt". Es müssten sich aber die Studierenden auf härtere Konkurrenz einstellen. Schütz verwies auf eine ähnliche Situation in Belgien, das sehr lange den Numerus Clausus nicht eingeführt hatte und "von den Franzosen teilweise überrollt wurde". Das System funktioniere aber. Es sei ja auch nicht gesagt, dass deutsche Studierende unbedingt Österreich wieder verlassen müssen. Und es sei einige Jahre Zeit, eine politische Lösung im gesamteuropäischen Raum zu suchen.

Was Aufnahmebedingungen zum Studium betrifft, hält Schütz ein Bonussystem je nach Noten des Maturazeugnisses für nicht den richtigen Weg. "Aus meiner Sicht würde ich es nicht gerade für den richtigen Weg finden, ein System zu machen, das weit in die früheren Jahre des Schulwesens hineinreicht. Dort zählt jedes Fach für den Notendurchschnitt". Schütz: "Wir sollten uns nicht darauf einlassen".

Zum Ansturm der deutschen Studenten sagte der Wiener Medizin-Rektor ferner, die "kritische Situation wird Donnerstag und Freitag auftreten, wenn es darum geht, dass der letzte Platz vergeben wird". (APA)

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