Wiener Exoten im "Wikinger-Schach"

7. März 2006, 14:53
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Ein heimisches Team fährt zur Kubb-WM, trainiert wird meist im St.-Johann-Park am Margaretengürtel

Wien - Torbjörn Wallen ist kein Sessel. Torbjörn Wallen ist Sportler. Und wird bei der nächsten WM Anfang August in Schweden starten. Mit dabei werden heuer auch sechs Österreicher sein.

Kubb - etwas despektierlich auch "Wikinger-Schach" genannt - erfreut sich in Skandinavien immenser Beliebtheit, ist in Österreich aber praktisch unbekannt. Dass es ein Wiener Team gibt, ist wenig überraschend einer Schwedin zu verdanken, die das erste Kubbset hergebracht hat. Das Set blieb, wie auch die Begeisterung am Spiel. Und so wird fleißig trainiert, meist im St.-Johann-Park am Margaretengürtel, oder auf der Jesuitenwiese im Prater. "Wobei wir da bei unserem Lieblingsthema wären: Hundstrümmerl", sagt Kubb-Spieler Hannes Metzler.

Klötze

Kubb bedeutet auf schwedisch "Holzklotz" - und beschreibt damit auch das Aussehen der "Sportgeräte": runde und eckige Klötze. Letztere werden auf einem etwa fünf Meter breiten und acht Meter langen Feld aufgestellt. In der Mitte thront der König, ein rechteckiger Klotz mit Krone. Die Teams - bis zu sechs Personen - stehen sich an den Grundlinien gegenüber und versuchen mit den runden Stangerln die eckigen der Gegner umzuschießen, als letztes muss der König fallen, dann hat man den Satz gewonnen.

So weit, so verwirrend. "Man muss zuschauen, dann wird das alles gleich klar" meint Metzler. Weitere Begeisterte seien dringend erwünscht, derzeit könne aus Spielermangel nie wie vorgesehen sechs gegen sechs gespielt werden. - Mit Bier bewaffnet geht es in die Parks, zum Plaudern bleibt allemal Zeit. Metzler: "Bei der WM spielen 300 Teams, darunter Familien und auch über 90-Jährige."

"Kubb me Amadeus"

Beim ersten WM-Turnier, das man in Gotland besucht hat, seien sie noch als Urlauber angereist. "Da haben wir gesehen, wie das Spiel tatsächlich läuft, welche Taktik notwendig ist", sagt Metzler. Und weiter: "Da haben wir gesagt: Schau ma' mal!" Heuer sind sie die einzige gesetzte nicht-skandinavische Mannschaft. "Kubb me amadeus", nennt man sich. "Das ist sehr platt, aber die Leute verbinden damit wenigstens unser Herkunftsland." (Peter Mayr, DER STANDARD Printausgabe, 13.07.2005)

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Kubb-Klub
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    foto: standard/newald
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