Gedämpfte Stimmung in Kärnten

29. Juli 2005, 11:13
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Viele Betten frei - Schlechtes Wetter schreckt Schnellentschlossene ab

Klagenfurt - Mitte Juli sollte im Kärntner Tourismus eigentlich die Hochsaison auf vollen Touren laufen. Die Realität ist aber eine ganz andere. Die Hotels klagen über mäßige Auslastung, praktisch überall sind noch mehr als genug Betten frei. Das schlechte Wetter der vergangenen Tage schreckte zudem die kurzfristig Buchenden ab, auf die man eigentlich noch gehofft hatte. Halbwegs zufrieden sind lediglich die Betreiber der Top-Häuser.

Wörther See mit knapp 20 Grad

Kaum 20 Grad bietet der Wörther See, also Wassertemperaturen eher zum Kneippen als zum Badevergnügen. Die Sonne hat sich seit einer Woche nur äußerst sporadisch gezeigt, Wolken verdunkeln den Himmel. Entsprechend gedämpft ist die Stimmung in den Fremdenverkehrszentren. Ein Lokalaugenschein in Velden und Pörtschach zeigt, dass die meisten Restaurants zur Dinner-Zeit mehr leere Stühle als hungrige Urlauber aufweisen.

Bootsverleiher, Eisverkäufer, Minigolfplatz-Betreiber, sie alle nehmen nur einen Bruchteil dessen ein, was sie sich erhofft haben. Und die Campingplatz-Besitzer raufen sich angesichts des nicht enden wollenden Regenwetters die Haare. "Wenn das noch zwei Wochen so weitergeht, kann ich endgültig zusperren", meinte ein Campingplatzbesitzer in Keutschach am Dienstag. Den Meldungen, wonach das Wetter bis zum Ende der Woche deutlich besser werden soll, schenkt er auch keinen Glauben mehr: "Das sagen sie ja nur, damit nicht die paar Urlauber, die da sind, auch noch abreisen."

Nicht wetterfest

Für Hotelier-Sprecher Anton Wrann ist die Problematik vor allem eine der Infrastruktur: "Häuser, die entsprechend umfangreiche Angebote haben, sind recht gut gebucht." All jene, die vor allem auf Badegäste setzen, haben bei dem Wetter aber naturgemäß Probleme. Touristiker und Hotelier Gabriel Obernosterer sieht sich in seinen Warnungen bestätigt: "Ich predige seit Jahren, dass wir nicht wetterfest sind, die Sommerinfrastruktur ist sträflich vernachlässigt worden." Es fehle an Allwettereinrichtungen, welche die Gäste bei Schlechtwetter im Lande halten könnten. Zudem habe man es verabsäumt, bei internationalen Trends vorne mit dabei zu sein.

Der Geschäftsführer der Kärnten Werbung, Werner Bilgram, konzediert ein Minus bei den Gästen, ist aber weiter optimistisch. "Der schwache Beginn ist noch kein Grund, die ganze Saison aufzugeben." Er weist auf den "sehr guten Mai" hin, der hohe Zuwachsraten gebracht hätte. Das Plus von vier Prozent täuscht allerdings ein wenig, denn das verlängerte Fronleichnams-Wochenende, das Tausende Urlauber nach Kärnten lockte, fiel heuer in den Mai, im vergangenen Jahr aber in den Juni.

Hoffnung auf starken Herbst

Bilgram hofft jedenfalls auf baldige Wetterbesserung und einen starken Herbst: "Dann kann die Saison noch durchaus positiv werden." Er verweist auf eine gute Buchungslage für die Nachsaison, vor allem bei Wellness- bzw. Golfhotels. (APA)

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