Tiere und Lehrlinge fallen vom Himmel

14. Juli 2005, 13:52
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Starke Regenfälle haben den Sprachschatz um seltsame Bilder bereichert

Wien – Schusterbuben bei uns, Katzen und Hunde in Großbritannien: starke Regenfälle haben die Sprachen um einige seltsame Bilder bereichert. Warum genau diese Dinge vom Himmel fallen sollen, liegt großteils im Dunkel. Etwa die Schusterbuben. Die könnten aus Berlin kommen, denn dort gibt es ein Gebäck namens Schusterjunge, berichtet Manfred Glauninger vom Institut für Österreichische Dialekt- und Namenslexika. „Es regnet Schusterjungen“ ist daher auch in Norddeutschland verbreitet. Warum es aber ausgerechnet Gebäck regnen soll, weiß der Experte auch nicht.

In Österreich wird die Phrase auch im übertragenen Sinn verwendet. „Auch wenn’s Schusterbuben regnet“ bedeutet „gegen widrige Umstände“, bekommt man in Wien etwas „wenn’s Schusterbuam regnet“ erhält man es nie. In diesen Fällen vermutet Glauninger eher einen Zusammenhang mit der Figur des schlagfertigen Schusterlehrlings, die in Alt-Wiener Volksstunden ungemein populär war.

Dutzende Theorien gibt es auch zur Entstehung des britischen „it’s raining cats and dogs“. Eine der populärsten: alte Mythen, die Katzen mit Regen und Hunde mit Wind assoziieren, blieben so erhalten. Oder die Tiere flüchteten bei Regen von den Strohdächern, wo sie schliefen. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 13.07.2005)

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