Nach dem Unwetter begannen die Aufräumarbeiten

13. Juli 2005, 09:33
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Schwerpunkt Oberpinzgau und Mittersill - Einsatzkräfte auch Nacht über im Einsatz

Salzburg - Nach dem Nachlassen des Dauerregens und dem Rückgang der Pegelstände begannen Dienstagnachmittag in Salzburg die Aufräumungsarbeiten. Schwerpunkt war der Pinzgau und hier das überflutete Mittersill, wo der Einsatz von Feuerwehren, Rotem Kreuz, Wasser- und Bergrettung sowie Bundesheerkräften die Nacht über weitergeführt wird. Am späten Nachmittag traf Verteidigungsminister Günther Platter in der Pinzgauer Marktgemeinde ein und sicherte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller weitere Assistenzleistung des Bundesheeres zu.

Das Schwergewicht des Einsatzes befindet sich nach wie vor im Raum Oberpinzgau/Mittersill, wo bis zu 800 Mann an Hilfskräften im Einsatz sind beziehungsweise waren. Nach Evakuierung des Krankenhauses Mittersill versuchen die Einsatzkräfte, die Wassermassen durch den massiven Einsatz von leistungsstarken Pumpen in den Griff zu bekommen. Im Pinzgau gibt es insgesamt 37 Einsatzstellen. Die Evakuierung des Krankenhauses Mittersill wurde mit 12.15 Uhr abgeschlossen. Etwa eine Woche werde es vermutlich noch dauern, bis die Patienten wieder in das Spital zurückkehren können, schätzte Bezirksfeuerwehrkommandant vom Flachgau, Hermann Kobler, die Lage ein.

Die allgemeine Lage war am Nachmittag als stabil anzusehen. Ein Dammbruch bei Stuhlfelden hatte keine schwerwiegenden Folgen. Zahlreiche Unterspülungen und Aufweichungen von Dämmen waren unter Kontrolle. Die Bezirkshauptmannschaft Zell am See begann mit der Aufnahme aufgetretener Ölunfälle.

Weitere Evakuierungen können bevor stehen

Im Tennengau ging der Wasserstand der Salzach bei Golling zurück. Die Bezirkshauptmannschaft Hallein hat die Katastrophenerklärung aufgehoben und der Einsatzstab wurde aufgelöst. Im Pongau war die Lage im Wesentlichen unverändert. Größere Schäden sind in Bad Hofgastein, Bad Gastein und Großarl aufgetreten. Unter Umständen müssen laut Landeskorrespondenz noch einige Evakuierungen durchgeführt werden. Die Schörgbrücke bei St. Johann war wieder zu befahren. Bei einer Trafostation in St. Johann kam es zu einem Ölaustritt.

Im Lungau normalisierte sich ebenfalls die Lage. Durchlässe und Sammelschächte im Zederhaustal wurden mit technischem Gerät freigemacht. Die Straße in das Hintere Göriachtal wird mit Steinsetzen abgesichert. Die nach einem Plaikenabgang in Ramingstein unterbrochene Hofzufahrt wurde wieder hergestellt.

Im Flachgau sowie in der Stadt Salzburg war die Lage am späten Nachmittag weiterhin unverändert: Im Flachgau gab es lokale Schadensstellen, im Raum Oberndorf war die Hochwasser-Warngrenze weiterhin überschritten. In der Stadt Salzburg betrug der Pegelstand der Salzach 6,38 Meter.

Wenngleich die Pegelstände langsam sinken, wird sich die Hochwasserlage dennoch nur langsam entspannen. Durch das Ansteigen des Grundwassers ergibt sich vor allem im Stadtgebiet von Salzburg eine Erhöhung der Überflutungsgefahr für Keller. (APA)

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