Serie von Anschlägen dauert an

15. Juli 2005, 10:02
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Vorwürfe gegen Sondereinheit des Innenministeriums - Premier Jaafari für Abzug der US-Truppen aus einzelnen irakischen Städten

Bagdad - Die Serie von Anschlägen im Irak hat auch am Dienstag wieder mehrere Menschen das Leben gekostet. Drei Bewohner der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden bei der Explosion einer Autobombe getötet. Auf einem Markt in Bagdad wurde ein Polizeioffizier erschossen, und in Tal Afar kam ein Passant bei der Explosion einer Bombe ums Leben. Tal Afar, 418 Kilometer nördlich von Bagdad, ist das Ziel einer Offensive der US-Streitkräfte, bei der seit Sonntag nahezu 20 mutmaßliche Rebellen erschossen wurden.

Ein US-Soldat erlag nach Militärangaben vom Dienstag seinen Verletzungen, die er bei der Explosion einer Landmine in Mahmudiya, 30 Kilometer südlich von Bagdad, erlitt. Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 kamen mindestens 1.756 US-Soldaten ums Leben.

Das irakische Innenministerium leitete eine Untersuchung zum Tod von zehn Sunniten ein. Eine Organisation sunnitischer Geistlicher beschuldigte eine Sondereinheit des Innenministeriums, die Männer in ein Gefangenenlager gebracht, gefoltert und in einen Container eingesperrt zu haben.

Premier Jaafari für Abzug der US-Truppen aus einzelnen Städten

Der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Jaafari hat am Dienstag einen Rückzug der US-geführten Koalitionstruppen aus ausgewählten irakischen Städten vorgeschlagen. Die ausländischen Truppen könnten damit beginnen, einzelne Städte in die Verantwortung der irakischen Sicherheitskräfte zu übergeben, sagte Jaafari bei einem Treffen mit dem stellvertretenden US-Außenminister Robert Zoellick.

Zoellick zählt nicht zu den Neokonservativen, sondern zu den "traditionellen" Konservativen in der Republikanischen Partei, die weltpolitisch eine weniger unilaterale Politik anstreben. Er war im Jänner von Präsident George W. Bush zum Stellvertreter von Condoleezza Rice ernannt worden. (APA/AP)

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