Mittersiller Bürgermeister verlangt Art "Marshall-Plan"

13. Juli 2005, 18:17
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Burgstaller sichert Bestand des Krankenhauses zu - 300 bis 350 Objekte im Ort betroffen

Für den Oberpinzgau sei nun so etwas wie ein "kleiner Marschallplan" notwendig, um die Region wieder aufzubauen und wirtschaftliche Impulse zu setzen, sagte Mittersills Bürgermeister Wolfgang Viertler am Dienstag bei einem Pressegespräch in Mittersill. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) sicherte auch zu, dass das Krankenhaus Mittersill selbstverständlich wieder in Stand gesetzt und der Betrieb sobald wie möglich wieder aufgenommen werden soll. Landesrat Sepp Eisl (V) versprach, er werde alles daransetzen, das von der Gemeindevertretung von Mittersill beschlossene Hochwasserschutzprojekt möglichst zügig umzusetzen.

Versorgungsboote

Seit Montag waren im ganzen Land 1.329 Menschen der Freiwilligen Feuerwehren mit 150 Fahrzeugen im Einsatz, davon 370 allein in Mittersill, die in der vom Hochwasser schwer betroffenen Pinzgauer Gemeinde den Betroffenen helfen und diesen zur Seite stehen, gab Burgstaller, die ihren Kurzurlaub unterbrochen hatte, bekannt. In Mittersill waren und sind neben der Feuerwehr auch Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes, der Wasser- und Bergrettung sowie des Bundesheeres im Einsatz.

Von der Wasserrettung sind seit gestern 52 Mann mit zwölf Motorbooten im Einsatz, vom Bundesheer sind 250 Mann in Mittersill und weitere 100 Soldaten in anderen Orten des Landes im Einsatz, um bei Versorgungs- und Aufräumungsarbeiten zu helfen. Weitere 200 Mann stehen in Bereitschaft, um eine Ablöse reibungslos zu garantieren.

Keine Personen schwerer zu Schaden gekommen/B>

Das Hochwasser und die Situation in Mittersill habe einmal mehr bewiesen, dass die Leute im Lande zusammenstehen. Auch die Regierung werde alles tun und die Menschen unterstützen, die durch das Hochwasser zu Schaden gekommen sind, unterstrich Burgstaller. Landesrat Sepp Eisl stellte fest, bisher seien Gott sei Dank keine Personen schwerer zu Schaden gekommen. Dies sei dem umsichtigen Einsatz von Feuerwehr, Rettung, Bundesheer sowie Berg- und Wasserrettung zu verdanken. Nach ersten Expertenschätzungen seien die Schäden in Mittersill enorm: Betroffen sind 300 bis 350 Objekte. Man gehe derzeit davon aus, dass die Schäden in Mittersill jene der beiden Gemeinden Golling und Kuchl beim Hochwasser im Jahr 2002 übersteigen werden, so Eisl.

Schäden in Neukirchen am Großvenediger und Hollersbach

Der Landesrat berichtete, dass in der Gemeinde Bramberg die Gleisanlagen der Pinzgaubahn völlig unterspült seien, weitere größere Schäden gebe es in Neukirchen am Großvenediger und Hollersbach. In Niedernsill habe der erste fertig gestellte Abschnitt des Hochwasserschutzprojektes gröbere Schäden verhindert. In Saalfelden hätten die Einsatzkräfte die Situation durch die Errichtung von mobilen Dämmen und Hochwasserschutzmaßnahmen im Griff und Schäden relativ gering halten können. Im Pongau sei in Bad Hofgastein die Situation relativ stabil und aus dem Tennengau werde in Golling ein leicht sinkender Pegelstand gemeldet. (APA)

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