Wiener Wissenschaftstage 2005 blicken nicht nur in die Zukunft

19. Juli 2005, 17:05
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Diskussion mit vor dem NS-Regime geflohenen Forschern - Veranstaltungs-Reihe vom 29. September bis 7. Oktober

Wien - Im Herbst wird - nach dem Auftakt 2003 - die zweite Ausgabe der Wiener Wissenschaftstage über die Bühne gehen. Vom 29. September bis 7. Oktober ist dabei ein umfangreiches Programm geplant. Das Motto der Veranstaltungs-Reihe lautet: "Jenseits von Jubiläen - Wissenschaft und Gesellschaft in der Welt von morgen". Aber auch die Vergangenheit wird Thema sein. Gewürdigt werden Wissenschafter, die Österreich auf der Flucht vor den Nazis verlassen mussten.

"Die Wissenschaftstage sind eine Leistungsschau für den Wissenschaftsstandort Wien", betonte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) bei der Präsentation am Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz. Organisiert wird diese vom Wissenschaftszentrum Wien (WZW).

"Was wäre gewesen wenn..."

Am Beginn steht eine Veranstaltung im Wiener Volkstheater: "Was wäre gewesen wenn..." würdigt alle jene, die Österreich um 1938 auf der Flucht vor dem Nazi-Regime verlassen mussten. Die in den USA lebenden Nobelpreisträger Eric Kandel und Walter Kohn, die Historikerin Alice Teichova, die in Großbritannien eine neue Heimat gefunden hat, und der Ökonom Kurt Rothschild, der nach der Emigration wieder in Wien lebt und arbeitet, werden dabei unter der Leitung der Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny diskutieren.

Den Vergehen und Versäumnissen in der Vergangenheit soll, so wurde betont, das heutige Wien mit seinen Zukunftsperspektiven gegenüber gestellt werden. Dazu findet unter anderem ein Aktionstag in Kooperation mit dem Stadtschulrat Wien am 3. Oktober statt. Er steht unter dem Motto "education meets science". Wiener Schüler stellen in diesem Rahmen ihre Forschungsprojekte und ihre Interpretationen von Wissenschaft vor.

Moderne Arbeitswelt im Focus

Der 4. Oktober ist den Sozialwissenschaften gewidmet. An diesem Tag wird sich eine Konferenz mit den Konsequenzen der Flexibilisierung der modernen Arbeitswelt befassen. Am Abend folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wien.Mitte.Europa" mit dem Filmregisseur Istvan Szabo und den Autoren Eva Menasse, Arnon Grünberg und Rujana Jeger unter der Moderation von Clarissa Stadler.

Am 5. Oktober steht dann ein großes Fest im Museumsquartier auf dem Programm. Der Abend wird prominent eröffnet, nämlich mit einem Gespräch des Chemikers Carl Djerassi mit dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S).

Laut Mailath-Pokorny gibt Wien jährlich 145 Mio. Euro im Bereich der Wissenschaften aus. Und auch angesichts der großen Zahl an Forschungs- und Ausbildungsstätten sei die Bundeshauptstadt das Zentrum der heimischen "Brain-Power". Wien verfügt demnach über neun Universitäten, sechs Fachhochschulen, vier Privatuniversitäten sowie 125 Museen und 70 Bibliotheken. Rund 25.000 Menschen sind in wissenschaftlichen Arbeitsfeldern tätig. (APA)

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