Hintergrund: Große Hochwasser in Österreich seit 1990

19. Juli 2005, 11:29
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Drei Milliarden Euro Schaden 2002

Im Juli 1954 und im August 2002 verzeichneten die Meteorologen im Einzugsbereich der Donau "Jahrhunderthochwasser". Österreich wurde immer wieder von enormen Wassermassen heimgesucht. Anbei eine Chronik:

August 2002

Im August 2002 waren durch das Jahrhundert-Hochwasser in Österreich Schäden in einer Größenordnung von rund drei Milliarden Euro entstanden. Neun Menschen ließen damals ihr Leben.

In Niederösterreich waren die Schäden hauptsächlich im Waldviertel und entlang der Donau, aber auch weit bis nach Osten lokalisiert, wobei das absolute Schadenszentrum der Unterlauf und der Mündungsbereich des Kamps war.

In Oberösterreich traf es das Machland und das Eferdinger Becken, viele weitere Schadenszentren waren über das Bundesland verteilt. In der Steiermark gab es ein lokales Hochwasserereignis mit Schwerpunkt im Bezirk Liezen, in Tirol ein kleinräumiges Ereignis mit Zentrum in St. Johann in Tirol. Salzburg war ebenfalls betroffen.

1991

1991 waren bei einem Hochwasser die Zubringer von Salzach, Inn und Enns zum Donauraum Schwerpunkte. Teile Niederösterreichs wurden völlig überschwemmt, im Raum Neunkirchen und Wiener Neustadt zahlreiche Keller und Straßen überflutet. In Wien wurde erstmals wieder die Hochwassermarke erreicht.

Insgesamt wurden in den betroffenen Gebieten zwischen dem 31. Juli und dem 5. August durch Wasser und Schlamm sechs Menschen getötet, auf rund 6.000 Hektar Ackerland die Ernte vernichtet; rund 80 Prozent des bestehenden Niederwildes und 50 Prozent des Rotwildes getötet. Der Wert der Ernteausfälle bei Getreide, Gemüse und Obst belief sich auf rund 300 Millionen Schilling (21,8 Mill. Euro), der Gesamtschaden (auch an Gebäuden, Uferverbauungen und Gütern) rund eine Milliarde Schilling (72,7 Mill. Euro), allein in Krems rund 80 Millionen Schilling (5,81 Mill. Euro).

Juli 1994

Im Juli 1994 gingen über dem Osten Österreichs Gewitter nieder, die Schäden in Millionenhöhe verursachten. In Wien-Hohe Warte wurde innerhalb von drei Stunden mit 45 Liter/m2 mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Monatsniederschlages registriert. Besonders schlimme Auswirkungen hatten die Niederschläge am Bisamberg. Mit dem Regen mitgeschwemmte Erdmassen beschädigten Weinkeller, ganze Straßenzüge und dort geparkte Pkw. Ein Mann wurde von den Wassermassen erfasst, und später nur mehr tot aufgefunden. Zu Überflutungen kam es auch in nahe gelegenen Gemeinden in Niederösterreich: In Wolkersdorf glich das Ortszentrum einem großen Schlammsee; bei Fischamend war die B9 überflutet.

Juli 1997

Vom 4. bis zum 8. Juli 1997 wurde Österreich vom "großen Regen" heimgesucht. In Wien standen zahlreiche Keller unter Wasser. In Niederösterreich war die B3 zwischen Stockerau und Tulln auf rund einem Kilometer bis zu 15 Zentimeter hoch überschwemmt. In Oberösterreich waren die Bezirke Steyr, Schärding, Grieskirchen Ried im Innkreis und Gmunden am meisten betroffen. In der Stadt Steyr musste der Ennskai gesperrt werden. In Schärding erreichte der Inn die Hochwasser-Alarmgrenze. Mit den anhaltenden Regenfällen lösten sich zahlreiche Muren. Die größte verlegte die B145 zwischen Bad Ischl und Ebensee. In der Stadt Salzburg erreichte der Pegelstand der Salzach die Warngrenze.

In Niederösterreich waren die Bezirke Mödling, Baden, Wien-Umgebung, Lilienfeld, Tulln, Neunkirchen und Sankt Pölten von den Überflutungen katastrophal betroffen. Zeitweise war die Stromversorgung unterbrochen. Im Ortszentrum von Purkersdorf rissen die Fluten eine Brücke weg. Die Gemeinde war von der Umwelt abgeschnitten. Eine Pensionistin ertrank im Gablitzbach. Weite Teile der Stadt Baden waren ebenso überflutet wie das Regierungsviertel in Sankt Pölten. Der gesamte Bezirk Lilienfeld war von deiner Umwelt abgeschnitten. Die landwirtschaftlichen Schäden wurden auf rund zwei Milliarden Schilling (145 Mill. Euro) geschätzt. (APA)

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