Salzburg: Uni plant Zulassungstest

13. Juli 2005, 18:03
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In Publizistik und Psychologie - Ärger über Bildungsministerium - Zahlreiche Anfragen aus Deutschland

Die Universität Salzburg plant als Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu den Zugangsregeln an den österreichischen Unis im Falle eines Studentenansturms Zulassungsprüfungen für Studienanfänger in den Fächern Psychologie und Kommunikationwissenschaften. Das Bestehen dieser Tests soll Voraussetzung für die eigentliche Inskription sein, betonte der Vizerektor für Lehre, Rudolf Mosler, gegenüber der APA.

Nur für den Notfall

Die Zulassungsprüfungen kommen nur zur Anwendung, wenn tatsächlich mehr Studienanfänger als in den vergangenen Jahren in diese beiden Studienrichtungen drängen. Auf Grund zahlreicher Anfragen aus Deutschland sei damit aber zu rechnen, so Mosler. Die Maßnahme muss noch Senat und Uni-Rat vorgelegt werden.

In der Kommunikationswissenschaft wird die Einführungsprüfung an den Beginn des Semesters vorverlegt. Sie soll nach einer Woche Lehrveranstaltung und einer Lernwoche angesetzt werden und Ende September oder Anfang Oktober stattfinden. In der Psychologie wird voraussichtlich ein eigener Aufnahmetest eingesetzt. Für diese Zulassungsprüfungen wird es eine eigene Anmeldefrist geben - wer durchfällt, muss keine Studiengebühren bezahlen.

"Verärgert" über Gehrer

Die Zulassungsverfahren bezeichnete Mosler als "Notmaßnahme" nach dem EuGH-Urteil: "Wir wollen ja mehr Studenten haben, nicht weniger." Fakt sei aber auch, dass es in diesen beiden Studienrichtungen im Gegensatz zu anderen Fächern Kapazitätsprobleme gebe.

"Verärgert" ist Mosler über die Vorgangsweise des Bildungsministeriums, praktisch über Nacht Beschränkungen zuzulassen und den Unmut auf die Unis zu überwälzen. Obwohl schon seit zwölf Jahren bekannt sei, dass Österreich das EuGH-Verfahren verlieren würde, müssten jetzt kurzfristig Aufnahmeverfahren entwickelt werden: "Das bringt uns in unglaubliche Bedrängnis." Viele Deutsche seien etwa erst durch das EuGH-Urteil auf die Situation aufmerksam geworden und strömten auf einmal nach Österreich. Hätte sich diese über mehrere Jahre verteilt, wären die Probleme der Unis kleiner geworden. (APA)

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