Kompromisslösung könnte rasche Regierungsbildung ermöglichen

15. Juli 2005, 15:41
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Schiitenallianz aus Hisbollah und Amal-Bewegung verzichtet auf Außenministerium

Beirut - Im Libanon zeichnet sich eine Kompromisslösung ab, die eine rasche Regierungsbildung ermöglichen dürfte. Die Schiiten-Allianz aus Hisbollah und Amal-Bewegung hat ihren Anspruch auf das Außenministerium zurückgezogen. Das Schiiten-Bündnis, das 35 der 128 libanesischen Parlamentsabgeordneten stellt, erklärte nunmehr seine Bereitschaft, die Ernennung einer unabhängigen schiitischen Persönlichkeit zum Außenminister zu akzeptieren, wie am Dienstag in Beirut nach Gesprächen des schiitischen Parlamentspräsidenten und Amal-Chefs Nabih Berri mit dem designierten Ministerpräsidenten Fouad Siniora mitgeteilt wurde.

Nach Informationen Beiruter Medien sollen die USA und Frankreich starken Druck hinter den Kulissen ausgeübt haben, um einen Hisbollah-freundlichen Außenminister zu verhindern. Das einflussreiche Hisbollah-Führungsmitglied Mohammad Kawtharani hatte erklärt, dass das Außenamt mit einer Vertrauensperson der Schiitenparteien besetzt werden müsse, um zu gewährleisten, dass die libanesische Diplomatie nicht unter US-Kontrolle komme. Der Christenführer Ex-General Michel Aoun hatte sich skeptisch zu der Forderung der Schiiten-Allianz geäußert. Der Chef der Diplomatie sollte nicht Exponent einer "bestimmten politischen Linie" sein, unterstrich der ehemalige Armeechef. (APA)

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